Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zenith Zeno

auf Kosten der dänischen Regierung zu Hamburg in Steindruck . (1. Heft, 48 S.,kl. Fol., Hamburg 1829.)

Z e n i t h (arab.), der Punkt, welcher gerade über dem Hauple. demScbei-tel des ZuschruerS steht, und als der höchste Punkt des Himmels betrachtet wird,Scheitelpunkt. Jeder Ort der Erdfläche hat sein eignes Zenith, und man findet esmit Hülfe des Bleilokhs, nach welchem die Achse eines Fernrohrs lokhrecht gestelltwird, sodaß das Auge dadurch gerade in dem Scheitel steht. — Der entgegenge-setzte oder Fußpunk! heißt Nadir (s d.).

Zeno, ein Name, der in der alten Geschichte häufig vorkommt. Zwei Phi-losophen d. N, lind berühmt. 1) Zeno, der Tleatiker, aus Elea , einer griech.Colonie in Großgriechenland , lebte ungefähr 500 Z. v. Chr.; denn er blühte umAe 80, Olymp,, in welcher Zeit er mit Parmenides nach Athen reiste. Er war einZögling der von Zsenophanes (s. d.) gestifteten eleatischen Schule. Manschreibt diesem Zeno die Erfindung oder doch die weitere Ausübung der Dialektik zu,bereu er sich als logischer Disputirkunst zur Vertheidigung des eleatischen Systemsnnt großem Scharfsinn bediente. Don seinen Schriften ist nichts auf uns gekom-men, nur von einigen Schriftstellern, besonders vom Aristoteles, sind Bruch-stücke seiner Lehrsätze aufbewahrt worden. Hierzu gehört, daß er eine Vielheit undTheilbarkeit der Dinge, den Raum und die Bewegung als Behauptungen der demeleatischen System gegenüberstehenden empirischen Ansicht zu widerlegen suchte.Seine künstlichen Schlüsse, gegen die Denkbarkeit der räumlichen Bewegung ge-richtet, insbesondere der sogenannte Achilles, sind berühmt. Man schildert übri-gens den Z. als einen edeln Mann voll Kraft und Vaterlandsliebe. Als sein Ver-such, das von dem Tyrannen Nearchus unterdrückte Elea zu befreien, mißlang,stand er alle Martern ruhig aus, und biß sich endlich selbst die Zunge ab, um nichtdie -rroache und die Tbeilnehmer an derselben zu verrathen. Er soll zuletzt in einemMörser gestampft worden ftm. — 2) Zeno, der Stifter der stoischen Schule,war geb. aus Kition (Citium), auf der Znsel Cypern, ein Zeitgenosse Epikur's ,und lebte ungefähr von 340— 260 v. Chr. Sein Vater, ein reicher Kaufmann,hatte von seinen Handelsreisen nach Athen die neuesten Schriften der dasigen Phi-losophen mitgebracht, durch welche die Wißbegierde des jungen Z. geweckt und ge-nährt wurde. Aus Begierde, sich weiter auszubilden, oder, wie Einige erzählen,dmch den Verlust seines Vermögens bewogen, widmete er sich zu Athm der Philo-sophie, und hörte zuerst den Cyniker Krales, dann die Dialektiker und den Akade-miker Tenokrates. Da ihn keine von den Systemen, mit denen er sich bekannt ge-macht halte, ganz befriedigte, so bildete er sich ein neues System, das die Män-gel und Fehler der andern vermeiden, das Brauchbare und Gute derselben aber insich vereinigen sollte, doch in der Hauptsache ein gemäßigter Cynismus ist. Vondem Orte, wo er l hrte, der Stoa , erhielt sein System in der Folge den Namendes stoischen. (Vgl. Stoa, Ltoiker.) Er trat mit diesem System zu einerZeit auf, wo die Grunds.tze d-r Epikuräischen Schule großen Beifall fanden, undeben dadurch eher eine Verschlimmerung als Veredlung der Menschheit zu besorgenwar. Von allen den Gegnern, welche Z.'s Svsteni fand, hat Keiner seinen Cha-rakter v'i werflich machen können. Er war Philosoph nicht bloß für die Schule,sondern auch in ftinem ganzen L>bm, sowie er auch bei Bearbeitung der Philosophienicht allein den wissenschaftlichen Zweck, sondern zugleich die Veredlung des Lebensbeabsichtigte. Ein B.weir, welches Vertrauen er sich durch seine Tugend erwor-ben, ist der Umstand, daß man die Schlüssel der Festungswerke von Athen bei ihmniederlegte. Dmch das Ansehen, das er sich bei den, macedonischen Könige Anki-gonas erworben hatte, bnvirkte er wesentliche Vortheile für die Athenicnser. Auchbewiesen ihm diesi ibreDankbarkeit dadurch, daß sie ihm nach seinem Tpde ein Denk-mal nnt der Inschrift: „Sein Leben war seinen Lehren vollkommen g'eich", setzen