ließen. Er soll lm späten Alter sich selbst getödtet haben: »in Beispiel, dem nach-her mehre Stoiker folgten.
Zeno (Apostolo), berühmt als Dichter und Literator, geb. d. 11. Dec.1668 zu Venedig , erhielt eine sorgfältige Erziehung, die seinen aufgeweckten undregen Geist früh mit Kenntnissen bereicherte. Seine erste Berühmtheit aber sollteer der Poesie verdanken. Der Erfolg seiner Melodramen, einer damals sehr belieb-ten, aber auch sehr qemißbrauchten Dichtungsart, war ebenso glänzend als ver-dient. Von mehren Seiten ward ihm die Stelle eines Theaterdichters angetragen,er aber zog es vor, in seinem Daterlande zu bleiben, und unternahm u. d. Titel:„Lioriinle cle' letter.ili 6'ltaüa", eine Zeitschrift, die noch jetzt ihren Werth behaup-tet. Als 1715 seine Gattin, mit welcher er nicht ganz glücklich gelebt hatte, gestor-ben war, ging er auf die Einladung Karls VI. als Hofdichter nach Wien . Zwarwar sowol die Reise, auf der er das Bein brach, als auch die erste Zeit seines Aufent-halts in Wien wenig erfreulich für ihn; bald jedoch änderte sich seine Lage, und erfühlte sich höchst glücklich durch die persönliche Auszeichnung des Kaisers. Der Bei-fall. den er ärntete, stieg mit jedem neuen Drama; überdies ward er auch zum Hi-sioriographen ernannt. Diese Ämter verwaltete er bis 1729, wo er aus Rücksichtauf sein zunehmendes Alter sie niederlegte und nach Venedig zurückkehrte. Der Kai-ser, der ihn als Freund liebte, ließ ihm s. vollen Gehalt, gegen das Versprechen, ihmjährlich ein neues Melodrama zu schicken. In Venedig lebte er bis zum 11. Nov.1750 in literarischer Muße, im Besitz einer kostbaren Bücher- und Münzsammlung,die er wenige Monate vor seinem Tode den Dominicanern von der strengen Observanzschenkte. AksDichter hat Apostolo Z.Verdienste um die musikalische Poesie der Ita-liener; namentlich hat er bei der italien . Oper durch seine Melodramen, zu welchen ergroße und glänzende Gegenstände wählte, eine regelmäßigere Gestalt gegeben ; einVerdienst, das selbst Metastasio in ihm anerkennt. (s.Oper undItal.Poesie.)Vorzüglicher und von bleibenderm Werthe aber ist, was er als Bibliograph und Hi-storiker leistete. Wir erwähnen hier nur seine?lnmerkungen zu Fontanini'S „vlblio-tera elcllu klogneue.» It.lliau.i", seine „I)i5SLrIii?.ü>i,i Ve>5«n>,,e", seine Nach-trüge zu Foresti'S „IVIspsuimnnclo ielnrico" und s. Lebensbeschreibungen des -2a-bellico, Guarini, Davila und der 3 ManutiuS , sowie die Beiträge, womit erAndrer Arbeiten (z. B. Muratori's) förderte. Sein reicher handschriftlicher Nach-laß wäre zum Theil noch jetzt der Bekanntmachung werth.
Zenobia (Septimia), eine berühmte Herrscherin in der zweiten Hälfte des8. Jahrh., die sich namentlich durch männlichen Heldenmuth, einen hohen Gradvon Klugheit und List über ihr Zeitalter erhob. Gemahlin des OdenaihuS, desStifters des palmrrenisch.n Reichs in Syrien , übernahm sie nach dessen Todeim I. Chr. 267 die Regierrmg und verwaltete sie im Namen ihrer Söhne mit vie-lem Glücke. Bei der Schwäche der damaligen römischen Kaiser, die ihr Stolz ver-achtete, hakte sie sich der Oberherrschaft derselben entzogen, vergrößerte ihr Reichdurch beträchtliche Eroberungen und nannte sich Königin des Orten:». NachdemKaiser Aurelian ihr Heer, welches den hartnäckigsten Widerstand, leistete, geschlagenhatte, ward sie endlich selbst in Palmyrü belagert. Alle Hoffnung eines glücklichenAusganges für sie war verschwunden. Aurelian schrieb ihr eigenhändig und ver-sprach ihr das Leben, wenn sie sich ihm ergeben würde. Aber Z. verwarf diesenAntrag mit Unwillen, und antwortete, daß ihr immer Muth genug übrigbleibenwerde, wie Kleopatra zu sterben. Der Kaiser wagte nun einen neuen Angriff, er-oberte im I. 273 Palmyra und nahm die Z. gefangen. Er führte sie mit sich nachRom und ve,herrückte durch sie den glänzenden Triumph, den er hielt. Z. erschienin unbeschreiblicher P-ccht, in einem mit Edelsteinen reich besetzten Gewände, undwar an goldene Ketten gefesselt, welche ihr nachgetragen wurden. Ihr schönerWuchs, ihre schwarzen, lebhaften Auge» und eine majestätische Würde in ihrem