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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zerduscht Zerlegung der Kräfte

stadt des Fürstenthums Anhalt-Zerbst. (S. Anhalt.) Die Stadt Zerbst , diegrößte in sämmtlichen Ländern der anhaltischen Häuser, liegt an der Nutb«, eineMeile von der Elbe , in einem ebenen, sandigen Boden, hat ein schönes, außerhalbgelegenes Residenzschloß, eine sehr alte Kirche von schönem altdeutschen Style (vondem gegenwärtigen Herzog erneuert), 4 Vorstädte und in 1580 H. 8000 Zinw.Lutheraner und Reformirte sind hier unter einander vermischt, und der Rath bestehtin gleicher Anzahl aus Mitgliedern beider Consessionen. Es ist hier ein gutes Gym-nasium und eine berühmte Töchterschule; eine bedeutende Gold- und Silberfabrikund eine Wachsfabrik; das zerbster Bier ist berühmt. Jetzt befindet sich hier dasfür die anhaltischen und schwarzburg. Häuser errichtete Oberappellationsgericht.

Zerduscht, s. Zoroaster.

Zergliederung.s. Analysis;Zergliederungskun st, s. Ana-tomie.

Zerknirschung (conlriiio) wird die Traurigkeit genannt, welche sich desMenschen bei einer aufrichtigen und lebhaften Reue über seine «rinden bemächtigt,weil er sich durch das niederschlagende Bewußtsein derselben gleichsam zernialmtund in seinem Innern vernichtet fühlt. Sie entsteht durch die schrecken des Ge-wissens, welche die Erkenntniß der Sünde bei der Vorstellung des übertretenen Ge-setzes bewirkt; nach Protestant. Ansicht ohne eignes Verdienst des Reuigen, zufolgeeiner göttlichen Einwirkung, weil das Gesetz und der Ausspruch des GewissensGottes Stimme ist; nach kathol. Ansicht, als Handlung des freien Willens, dieein Verdienst haben und zur Rechtfertigung des Sünders vor Gott mitwirken kann.Diese Verschiedenheit hat einen bedeutenden Einfluß auf die Moral beider Kirchengehabt, welcher noch jetzt in dem sittlichen Zustande ihrer Glieder merkbar ist. L.

Zerlegung oder Zersetzung (chemische Trennung, Scheidung) ist daschemische Verfahren, wodurch die zu einem gleichartigen Ganzen verbundenen un-gleichartigen Bestandtheile eines Körpers getrennt werden. Die Mittel, wodurchdies geschieht, als Abdampfen, Auflösen, Niederschlagen, Schmelzen, Destilli-ren und Sublimsten, wirken mittelst der chemischen Verwandtschaft; dennindem sie mit einem Bestandtheile des zu zerlegenden Körpers näher verwandt sind,als dieser mit dem ihm verbundenen Bestandtheile, bewirken sie, daß er denselbenverläßt und sich mit ihnen verbindet. Sie unterscheidet sich also wesentlich von dermechanischen Trennung der Körper, welche durch Druck und äußere Bewegunggeschieht und die Körper in gleichartige Theile zertheilt.

Zerlegung der Kräfte undBewegungen. Wir müssen, umüber diesen Gegenstand allgemein faßlich zu sprechen, von der Zusammenwirkungder Kräfte und einem Beispiele ausgehen. Man nehme ein viereckiges, rechtwinke-liges Bret und rolle auf dessen oberer Kante eine Walze fort, um welche «in Fadenmit daran hängender Bleikugel geschlagen ist, der sich beim Rollen abwickelt. Hierwirken zwei Kräfte: die Hand, die die Walze in horizontaler Richtung fortführt,und die Schwere, welche die Kitzel in verticaler Richtung hintreibt; der Weg, dendie solchergestalt von den 2 gleichzeitig auf sie wirkenden, hier, ihren Richtungennach, einen rechten Winkel einschließenden Kräften bewegte Kugel wirklich beschreibt,ist aber, wie man bei Anstellung des Versuchs finden wird, die Diagonale desVierecks. Eine einzige, in letzterer Hinsicht allein thätige Kraft würde eben Das be-wirkt haben, was die beiden, einen Winkel einschließen.en, gemeinschaftlich undgleichzeitig auf die Kugel wirkenden Kräfte zusammen bewirken. Die Bewegung inder Diagonale erscheint als dasErgrbniß einer einzigen, aus jenen beiden Kräfte»,nach gewisser Maßgabe, zusammengesetzten Kraft, und jene beiden Kräfte lassensich, im umgekehrten Falle, hinsichtlich der Wirkung, als aus der Zerlegung diesereinzigen entstanden b trachten. Durch dieses Beispiel wird der Gegenstand in derHauptsache vollkommen klar, und man begreift, daß das Ergebniß ein ähnliches