Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zeugung 4SS

schen Meere und beiKamtschalka. Wir finden dieselbeThierart wieder keidenFalk-landsinseln. ?l>oou ursina (der Seebär) ist häufig bei Kamtschatka und den Be-ringsinftln; wir finden sie wieder bei der südlichen Küste von Neuseeland und anden Ufern der Neujahreinseln. In den niedrigern Breitegraden kommen dieseKattungen, die überhaupt nur in einer kalten Polargegend gedeihen, gar nicht vor.Auf »reichem Punkt ist nun das erste Paar entstanden? Und hat es die geringsteWahrscheinlichkeit für sich, daß kiese Thiere, die sich mitten im ewigen Eise am be-sten befinden, guer durch die heißesten Gegenden, wo man sie nie fand, durckge-streift wären, nurum an dem entgegengesetzten Pole sich fortzupflanzen?" — Sol-che Beispiele lassen sich unzählige beibringen, woraus die Nothwendigkeit einer ur-sprünglich natürlichen, universellen oder äquivoken Erzeugung der ersten Organis-men von den jetzt vorhandenen Gattungen an sehr verschiedenen Orten hervorgeht.Diese Zeugungsart muß anfangs allgemein gewesen sein, sie ist, wahrscheinlich all-mälig, in die secundaire, individuelle Zeugung übergegangen, und findet noch jetztbei den niedersten Organismen statt, wozu der Schimmel, die Pilze, Flechten,'Algen, Conferven u. s. >v. von Seiten des Pflanzenreichs, die InsusionSthiere,Polypen, Eingeweidewürmer, von leiten des Thierreichs als Belege dienen. Wieman sich aber, oder nach welchen Ges-tz n diese Erzeugungsari zu denken habe, dar-über sind die Ideen der Narurwissenschafrnoch zu unentwickelt. Die noch gegenwär-tig stattfindende äquivoke Zeugung der ni- dersten Pflanzen und Thiere ist durchgän-gig durch die Z rfallung (Auflösung, Gährung, Fäulnis?) höherer Organisationenbedingt. Der Schimmel wächst bekanntlich aufFrüchten und vegetabilischen Spei-sen, sobald sie in Gäln-img und Fäulmß übergehen, die Infusorien entstehen ausder Fäulnis der Aufgüsse der Pflanzen und aus thierischen Theilen aller Art, und dieConferven wachsen in Sümpfen und Wassergräben, überhaupt in stehenden Was-sern, wo häutig Gräser und andre Pflanzen faulen. Daß nun bei dieser Zcrfallungorganische, sreigewordene Kräfte und Stoffe, vermöge ihres polaren Verhältnisseszu einander, sich zu neuen Organisationen geringerer Art verbinden können, läßtsich wol recht gut denken; aber diese äquivoke Zeugung leidet keine Anwendungauf die erste universelle Entstehung der ersten Organismen, vom niedersten bis zumhöchsten, weil noch keine andern da waren, aus deren Zufallung sie entstehen konn-ten, indem man überdies aus der Auflösung höherer Organisationen wol niedere,nicht aber, umgekehrt, aus ter Zerfall»ng niederer höhere Organisationen hervor-gehen sieht. Die ersten Organismen aller Gattungen der organischen Reiche müssenalso nothwendig aus dem Zeugungsacrc der elementaren Kräfte des Planeten undder Sonne hervorgegang n flm, aber—unter welche» Umständen, bei welcherEpoche und der gemäßem Zustande der Entwickelung unsers Planeten, nach welchenallgemeinen und besondern Gesetzen? — Nach Oken'S Theorie ist ursprünglich allesOrgan sche aus dem Meere hervorgegangen, in welchem sich der organische Urstoffaus den feinsten Stoffen des Planeten, durch den zeugenden Einfluß der Sonne,bildet. Dieser Urstoff ist Schleim, der, seiner chemischen Substanz nach, aus eine»innigen Verbindung (Synthese) des geläuterte» Kohlenstoffs mit Sauerstoff undWasserstoff besieht, d. h. aus einer gleichartigen Masse, worin sich die durch dasLicht verfeinerten Elemente des Planeten (Erde Wasser und Lust) vereinigt habe».Diese Masse ist der Meerschleim, der noch jetzt erzeugt wird, und welcher nicht alstodte Masse besteht, sondern lebendig ist durch die Infusorien (InsusionSthiere),woraus er besteht, und welches die Anfangspunkte alles Organischen sind. Aus derVereinigung dieser belebten Anfangspunkte zu bestimmten Gestalten entstanden diehöhernOrganisationen, und die erste Schöpfung ging in der warmen Zone vor sich,wo der Meerschleim am häufigsten in seichten Meeresstellen erzeugt wurde. —Diese Ansicht muß vorerst als ein sinnvoller Versuch betrachtet werden, diese schwereAufgabe zu lösen. Sie läßt noch manche Frage, manche Zweifel unerörtert, und

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