Zeyst Ziegel 501
darüber gestorben sei. Don allen seinen Werken ist Nichts bis auf unsere Zeitengekommen.
Zeyst (Zeist), ein Dorf mit mehr als 1200 Einw. und einem schönen Schloss«in der niedei länd. Provinz Utrecht, eine Stunde von der Stadt Utrecht entfernt, ineiner sehr angenehmen Gegend, wo sich viele Gärten und schöne Spaziergänge fin-den. Es gehörte ehemals dem gräfl. nassauischen Hause, ward aber 1152 an einenKaufmann in Amsterdam verkauft, der es der Brüdergemeinde zu Anlegung einetffolonie, die aus 300 Mitgliedern besteht, einräumte. Die Herrnhuler haben nur.hier große Bruder - und Schwesterhäuser und Fabriken angelegt, wo Kunsttischler-waaren, Handschuhe, Leder, Band, Seifenkugeln, Gold-und Silbe, arbeiten, Lackir-waaren und Talglichter von vorzüglicher Güte verfertigt werden. Unweit Zeystbreitet sich eine weite Heide aus, wo von der franz.-holländ. Armee bei der Thron-besteigung Napoleonseine 148 Fuß hohe Erdpyramide errichtet wurde. Auch stehtbei Z. ein Obelisk als Denkmal der Union von 1619.
Ziegel, ein künWcher Stein aus Lehm - oder Thonerde, welche viel Eisenenthält und sich daher im Feuer roih brennt. Die Kunst, Ziegel zu formen und zubrennen, ist fd einfach, daß man ihre Spuren bei den ältesten Völkern antrifft.Schon im 1. Buch Mosig wird der Thurmbau zu Babel so beschrieben, daß manZiegel gebrannt und Asphalt zum Bindemittel der Backsteine genommen habe. Be-kanntlich setzt man den Thurmbau zu Babel gewöhnlich in das 6. Jahrh, nach dersogen. Sündstut, und es möchten also wol wenige menschliche Künste sein, derenUrsprung sich in so frühen Zeiten findet. Auch Herodot erzählt, daß die Mauer»von Babylon aus gebrannter Erde, mit Asphalt (Bergpech) verbunden, aufgeführtseien; und die Kinder Israel wurden von Pharao gezwungen, Thonerde zu grabenund Ziegel zu brennen, da man die Städte Pithom und Raamses baute. DieGriechen vervollkommneten diese Kunst, nach Plinius's Bericht. Sie haltendreierlei Arten von Ziegeln, wovon die erste 6, die zweite 12, und die größte15 Zoll lang war. Auch die Römer muffen es sehr weit darin gebracht ^tben;denn Trajan's Säule, aus diesem Stoff aufgeführt, ist nach 1100 Jahren nochhöchst dauerhaft. Im Mittelalter bediente man sich häufig glasirter Ziegel undwendete sie in verschiedenen Farben zur Verzierung an; man bildete z. B. damitInschriften, wie an der Marienkirche zu Elbing unk in dem Schlöffe zu Graudenz ,und in einigen Gebäuden des 14. Jahrh, in England. Unter den neuern Völkernscheinen es die Holländer am weitesten in der Kunst des Zie gelbrennens gebracht zuhaben, denn sowol ihre Häuser als auch das Pflaster ihrer Höft widerstehen dermeist feuchten Witterung ihres Landes außerordentlich lange. Ihnen stehen wenig-stens die engl. Ziegel, deren man sich zum Häuserbau in London bedient, weil nach.Der beste Stoff, um Ziegel zu machen, besteht in einer Mischung von Thon undSand, die man Lehm - oder Aiegelerde zu nennen pflegt. In manchen Gegendennimmt man auch Mergel dazu, welcher bekanntlich aus Thon und Kalk zusammen-gesetzt ist; doch darf nicht zu viel Kalk darunter sein. An mehren Orten wird auchder Thon durch Verwitterung des Porphyrs erzeugt, indem der Feldfpath sich durchdie Länge der Zeit an der Luft zersetzt; dieser gibt ebenfalls gute Ziegel. So kannman auch Erde, die aus Alaun und Kiesel besteht, zu Zügeln brennen; sobald«aber Kalk zu dieser Mischung tritt, schmilzt im stärker» Feuer di Masse zu einerschlacke. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die dauerhaftesten Ziegel aus einer Erdebereitet werden, welche 3 Theile Thon und 1 Theil Kalk enthält. Wird solch eineMischung einer starken Feuerhihc ausgesetzt, so fängt sie an z - verschlacken, undwird dadurch viel här ter und dichter als gewöhn! che Ziegel. »Lolche balbverschlackteZi- gel saugen weniger Wasser ein und zerfallen also im Winter viel weiug'r als diegemeinen. Die letzter« nämlich, wie man an den Dachzieg-ln häufig genug sieht,nehmen, der beständigen Kläffe des Winters ausgesetzt, die Feuchtigkeiten in ihre