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Ziegler
Zwischenräume auf. Dies, gefrieren, dehnen sich aus, und der Ziegel fällt, wenndas Wasser aufgelhauei ist, aus einander. Daher pflegt man in Holland und Eng-land die gewöhnlichen Ziegel anzustreichen oder mit einer Art Firniß zu überziehen,damit die Feuchtigkeit nicht eindringen könne. — Ein Haupte,foderniß ist, daßdie Ziegel vor dem Brennen hinlänglich ausgetrocknet seien. Wenn sie inwendignoch s ucht sind, so würde das Wasser, durch die Hitze in Dämpfe verwandelt,die Masse zum Zerplatzen bringen. Daher trocknet nian die an der Luft schon ge-trockneten Ziegel oft noch bei gelindem Feuer, ehe man sie in den Ofen bringt. —Den Ziegelofen macht man ungefähr 12 Fuß hoch, fast ebenso lang und breit.Die Wände, ungefähr 1 Fuß dick. neigen sich nach oben schräg gegen einander.Die Ziegel kommen auf flachen Boden zu stehen und werden, bei jedem Brennenetwa 10—20.000 an d>r Zahl. mit alten Dachziegeln bedeckt. Dann wirdzuerstReisholz angezündet und 2— 3 Tage lang ein mäßiges Feuer unterhalten, bis deranfangs schwarze Rauch anfängt durchscheinend zu werden. Dus ist ein Zeichen,daß die Ziegel hinlänglich trocken sind. Nun setzt man ^as Ofenloch mit Z'egelnund Lehm so weit :u. daß nur noch eine Öffnung zu ein paar Scheiten Holz oderzu einem Bündel Reisig übrig bleibt. Dann wird dieser Feuerstcff hineingebracht,angezündet, und das Feuer so lange verstärkt, bis die Flamme oben aufschlägt,und die Bogen anfangen weiß zu werden. Nach und nach vermindert man danndas Feuer, und läßt es ungefähr nach 48 Stunden endlich ausgehen. ZnSchweden pflegt man auch Schlacken aus den Eisenhütten unter die Zicgelmassezu werfen, wodurch sie »och viel dauerhafter wird. Man kann auch klein gemah-lene alte Ziegel oder gestoßenes Glas hinzuthun, wodurch das Verschlacken b,för-dert würd. Die Farbe der fertigen Ziegel beweist nicht immer ihre Güte. Die engl.Ziegel sind hellgelb und etwas bräunlich, welches wahrscheinlich von der Stein-kohlenmasse hei rührt, die, mit den Eisenkalken vermischt, einen gelben Ocher dar-stellt. Denn Eisen ist in der meisten Ziegelerde. Die Gewalt des Feuers verkalktdies, und es kann nun, nach der Verlchi-denheit der beigemischten Stoffe, man-cherlei Farben geben. — Die Ziegel haben von ihrer Forni und ihrem Zwecke ver-schiedene Namen. Agvptische Luftsteine werden nur an der Luft getrocknet. Brun-nenziegel und Kesselziegel sind mondformig; Falz- oder Mauerziegel haben eineparollelepipedische Gestalt; Pflasterziegel sind 4- oder Keckig urd dienen zum Aus-pflastern der Fußböden; Keilziegel haben eine keilförmige Gestalt; Biberschwänzesind unten rund, oben aber durch löchert zum Aufnageln; Kaffziegel sind sehr breiteBiberschwänze mit einer Öffnung in der Mitte. Hohlziegel find concave Dachzie-gel zum Decken der Forste. Ochsenmäuler sind Dachziegel von einer runden, ge-drückten Gkstalt. Paßziegel, Pfannenziegel, Schlußziegel sind wie ein gebogen,sehr gut zum Dachdecken, aber sehr schwer von Gewicht. Sehr dauerhaft sindgkasurte Ziegel, die in China mit Blei, sonst auch mit Kalk, GopS oder Flußspathüberschmolzen werden. Klinker Backst,ine haben ein, n Zusatz von Kalk und werdenbei sehr starkem Feuer gebrannt; sie sind sehr hart und dauerhaft. Dasselbe giltvon den Mundsteinen oder solchen Ziegeln, die zufällig am Mundloche des Ofensgestanden und einen sehr starken Feuergrad ausgehakten haben. Die Alten kanntenschwimmende Ziegel. Plinius sagt, sie würden in Spanien und Kleinasien auseiner Art Bimsstein gemacht und sänken im Wasser nicht unter. Erst 1191 fandFabrvni bei Castel del Piano, auf der Grenze zwischen Toscana und dem Kirchen-staat , eine Art Bergmehl, welches aus 79 Theilen Kiesel, 12 Theilen Wasser,wenigem Alaun und noch wenigerm Eisen bestand. Wenn aus dieser Erde Ziegelgebildet wurden, so schwammen sie im Wasser, und es ist also dadurch Plinius's Aussage bestätigt.
Ziegler (Friedrich Wilhelm), ehemaliger k. k. Hofschauspieler in Wien ,Theaterconsulent und Dramaturg, geb, zu Draunschw»ig 1760, wurde von Zo-