Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zierde Zierpflanzen 503

seph II. um seiner ausgezeichneten Talente und um seiner schönen Figur willen aufdie vorzüglichsten deutschen Theater gesendet, um sich für die Hosbühne auszubil-den, bei welchem er auch beinahe 40 Jahre hindurch angestellt blieb. Er wurde zu-gleich ein sehrssruchtbarer Dichter, dessen Stücke damals mit jenen Jffland's undKotzebue's die wiener und überhaupt die süddeutschen Bühnen vorherrschend erfüll-ten. Wenn man auch jetzt seine bereits veraltete Sprache nicht mehr ertragen kann,so kann man seinen Stücken gleichwol Erfindungsgeist, theatralische Situationen,Kenntniß des Effects und einen ziemlich guten fortschreitenden Gang nicht abspre-chen. Seine „Parteienwuth" und einige Lustspiele, z. B. „Die Temperamente"werden noch an mehren Orten mit Vergnügen gesehen. Als 1198 Kotzebue nachWien kam, waren Z. und Brockmann an der Spitze seiner Gegner. Z. war vonZeit zu Zeit auch sür polit. Zwecke thätig, durch manche wohlgelungene Gelegen-heitsstücke und auf mancherlei andre Art. Seine ästhetischen Schriften, sein„.Unterricht über Schauspielkunst", seine „Zergliederung des Hamlet ic.", sind übri-gens verworren und wertblos. Seit 1821 pensionnirt, lebte er in Presburg , undstarb 68 I. alt den 2t. Sept. 1821 zu Wien .

Zierde, Zierlichkeit und Zier rathen sind Ausdrücke, welche sichauf die anschauliche Form eines Gegenstandes beziehen, und zwar auf das Verhält-niß des Theiles zu dem Ganzen und des Zufälligen zu dem Wesentlichen seinerForm nach. Es ist die Zierlichkeit nämlich die Beschaffenheit eines Gegenstandes,vermöge dessen Das, was an ihm ist, oder seine äußern Theile durch ihre Form ei-nen angenehmen Eindruck hervordringen, oder, wie man sagt, den Gegenstandverschönern. Und so nennt man auch diese Theile selbst, sofern sie eine gewisseSelbständigkeit haben, zierlich. Unter dem Gesetze des Schönen aber findet dieZierlichkeit nur dann statt, wenn sie dem Geiste und der Beschaffenheit des Ganzen,an welchen diese Theile find, keinen Eintrag thut, sondern diese dem Ganzen ange-messen ausgebildet lind. Zierlichkeit der Form (Eleganz) steht jals solche und inHinsicht auf diese Ausarbeitung und Ausschmückung der Theile in einem gewissenGegensatze mit der Einfachheit, welche das Große und Erhabene behauptet. Zierdeist aber Das, was wahrhaft die Annehmlichkeit eines Ganzen, in oder an welchemes ist, erhöht, und man nennt selbst einen Gegenstand so, der als selbständigerTheil eines Ganzen (z.B. eine Person als Glied einer Gesellschaft betrachtet) denWerth dieses Ganzen erhöht, oder zur Erfüllung seines Zweckes beiträgt. Zier-rat hen endlich sind Das, was man zur Verzierung, zur Erhöhung der angeneh-men Form eines Gegenstandes von Außen her anwendet, oder die Mittel der Ver-zierung. Sie gewinnen in ästhetischer Hinsicht um so mehr Werth, je mehr sie sichdem Wesentlichen des Gegenstandes anschließen, z. B. die Manieren in der Musikdem Charakter des Tonsiücks, Schnitzmerk in der Baukunst dem Charakter undder Bestimmung des Gebäudes. (S. Derzierungskunst.)

Z ie rp fl a uz en (die), Pflanzen, welche zur Zierde dienen und für diesen Zweckangepflanzt werden. Ursprünglich scheint die Sehnsucht nach dem Umgänge mit derNatur die Erziehung derselben Denjenigen wünschenswerth gemachten haben, denenihre Verhältnisse nicht gestatten, die ft eie Natur zu genießen. Diese edle Neigungartete aber aus m Luxus, und so wurde die bescheidene Zierde zur Prachtankage fürreiche Liebhaber. Die Cultur der Zierpflanzeu ist ein Theil der Gartenkunst, mitwelcher sie gleiche Perioden durchlaufen und große Abänderungen durch den herr-schenden Zeitgeist erfahren hat. Der gegenwärtige Charakter der Ziergärtnerei istnicht mehr derselbe, welcher noch vor einem halben Jahrh, die lebendigen Formender Natur entfremdete und die von ihrer ges tzmäßigen Entwickelung entfernte,ja unterdrückte Natur eine veredelte nannte! Zn China und fxapan, da wo dieLitten der Väter nicht veralten, da mag auch heutzutage noch jener Geschmack anunnatürlicher Nalur vorherrschen, denn als Zeugen dafür gelten die von dorther