Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zierpflanzen

belegt; endlich der Stufenfolge und Gliederung der beobachteten Formen. Hierist nicht der Ort, um irgend einen Theil der wissenschaflichen Botanik, die in dieBeschäftigung mit den Zierpflanzen eingreift, am wenigsten den ihrer BeziehungS-lehre, wofür jedem Anfänger besondere Anleitungen (z.B. „Katechismus der Bo-tanik^, Leipzig 1825) zu Gebote stehen, auszuführen; dagegen finden wir eszweckmäßiger, die Gruppen des Pflanzenreichs, die sogen, natürlichen Familien,mit Angabe ihrer vorzüglichsten und bekanntesten Zierpflanzen aufzuführen.

Wir theilen das Reich der Gewächse naturgemäß, den Hauptorganen der voll-endeten Pflanze entsprechend, in 8 Classen. Die beiden ersten, die derPilz- oderKeimpflanzen, und die der Flechten- oder Doppelkeimpflanzen,enthalten keine Zierpflanzen, welche man cultivirt, sondern können nur im Freien,in ihren natürlichen Gruppen, durch ihre sehr mannigfaltige Form und bunten, nochan ihre Erdzeugung erinnernden, nicht grünen Farben das Auge erfreuen. I I I. Ck.Grüne Kryptogamen, Wurzelpflanzen. Das deutlicher werdende Grünverkündet ihre höhere Gewächsnatur, aber auf ihrer niedern Stufe sind sie als ifo-lirte, schwimmende Wurzeln zu betrachten. Dahin gehören die Algen, zu welchendie Wassersäden gerechnet werden, und die Tange. In höherer Entwickelung fol-gen die Moose und endlich die Farrn, bei denen sich eine vollkommene, obwol nochnicht abgeschlossene Blattbildung darst llt. Die Fruchtbildung ist bei allen diesengrünen Kryptogamen von der d r vorigen Classe wenig v rschieden, nur deutlichergesondert. In der Abtheilung der Farm oder Farrnkräuter, auch Farrenkräuter(1 iliooH genannt, finden sich die ersten Zierpflanzen. Nur ihre Wurzel ist wie beiden Hähern Pflanzen vollendet, ihr Stamm liegt bei den meisten in der Erde undbesteht aus Schuppen, welche die übriggebliebenen Strün ke der abgestorbenen Wedel sind; diese W-'tel sind als Zweige zu betrachten, deren Zweigelchen von der Blatt-masse eingefaßt, wie Rippen eines einzelnen Blattes erscheinen, und an ihrenSpitzen, auf der Rückfrte der Blattfiäche ihre Keimkornkapseln tragen. Wo da-gegen die Blattsubstanz verkümmert ist, da treten die Keimkornkapseln auf freienZweige», in Gestalt einer Ähre oder Rispe zusammen. Die Wedel der mehrstenFarrn entfalten sich durch spiralförmiges Aufrosten, indem sie vorher in dieser Rich-tung zusammengewickelt erscheinen. Die größte Anzahl der Farrnkräuter gehörtder heißen Zone an, weit weniger der gemäßigten und nördlichen. Vorzüglich be-wohnen sie feuchte Felsschluchten, überhaupt schattig'» Boden, auch als Schma-rotzer faule Baumstämme, wenige wachsen an sonnigen Felsen, Ruinen undMauern. Die Farrnkräuter zeigen eine unendliche Mannigfaltigkeit in ihrer Größe,in der verschiedenartigen Zusammensetzung ihrer Wedel, und größtentheils erschei-nen sie unter einer zierlichen und zarten Bildung, weßhalb man vorzüglich in neue-rer Zeit auf sie in Beziehung zur Gartenverzierung mehr aufmerksam geworden ist.Ihre Cultur ist nicht schwierig, und ihre Dauer sehr lange. Die einheimischen, inunsern deutschen Waldungen vorkommenden Arten grübt man mit ihrem Stockeaus und seht sie auf künstliche Felsenpartien, oder an Mauern, überhaupt anschattige Plätze, am liebsten in Verbindung mit Wasseranlagen, auf Bassins oderan Gräben und Brunnen, Die der heiße» Zone culiivirt man in ähnlichen künstli-chen Anlagen ini warmen Hause, wo sie fürDecoratio ! höchst vorkheilhaft zu ver-wenden sind, oder man seht sie in Töpfe und bebandelk sie wie andre Pflanzen.Die Erziehung der Farrnkräuter aus Samen gewährt viel Vergnügen, wegen dergroßen Abwechselung der Formen, die die Wedel in ibren ersten Lebensperiodendurchlaufen. Der Same b-hält seine K imkraft eme lange R>ihe von Iabren hin-durch, man säet ihn in feing siebte Lauberde, in flache Scherben, bedeckt ihn dannmir ze- stückeltem Moos, uni die Feuchtigkeit möglichst gleichförmig zu erhalten, unddeckt sie noch überdies mit Glasplatten zu. In dieser Stellung nehmen sie den hin-tersten Platz im Treibkastcn An. Für freie Anlagen brauchbar sind: Leloracla