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von gefallenem Vieh verzehren. Indessen läßt sich doch gegen diese VermuthungDas einwenden, daß nicht wohl abzusehen ist, warum diese Kaste gerade ihr Vater-land verlassen und sich durch ganz Europa zerstreut haben soll. Dazu kommt, daßdie Nation der Tschinganen am Ausflüsse des Indus, ein räuberisches Volk, we-nigstens dem Namen nach mehr Ansprüche auf Verwandtschaft mit den Zigeunernmacht, „nd daß sich die Zigeuner selbst Sinde nennen: ein Name, der ohne Zwei-fel mit Bind oder Indus zusammenhängt. Bei ihrer ersten Ankunft in Italien sagten sie selbst, daß sie vom Indus herkämen. Dann hat bei Engländer Richard-son vor einiger Zeit eine indische Nation beschrieben, die er NutS, auch Pentschpiriund Bäsigers nennt. Vgl. die Abhandl. über die Ähnlichkeit der Zigeunersprachemit der hindostanischen in den „ kranraotions ok i!>e iit. -wcielv ol(182»). Obgleich sie sich zur mohammmedanischen Religion bekennen, so sind siedoch durch Sitten und Gebräuche, besonders durch Diebereien, Wahrsagerkünsteund Unreinlichkeit den Zigeunern äußerst ähnlich. 1417 werden die Zigeuner zuerstin Deutschland erwähnt. Sie scheinen aus der Moldau zunächst nach Deutschland und Italien gekommen zu sein. Damals schon zogen sie in Horden, einen Anführeran der Spitze, umher. Man schätzte die, welche 1418 allein nach der Schweiz ka-men, auf 14,000 M. In Paris liefen sie im 1.1427 herum. Man hielt sie an-fangs für Pilger, die aus dem gelobten Lande kämen, daher schonte man nicht nurihrer, sondern sie erhielten sogar Schutz - und Freibriefe, z. B. von sigismund1423. Indeß weiß man, daß sie in spätern Zeiten dergleichen Urkunden sehr ge-schickt unterzuschieben wußten. Welche Ursache sie aus ihrem Vaterland« vertrieben,ist nicht ganz klar, doch sehr wahrscheinlich, daß es die Grausamkeiten waren, dieTamerlan auf seinem Eroberungszuge nach Indien 1398 verübte. Vgl. Grell-mann's „Historischer Versuch über die Zigeuner " (2. Aufl., Götkingen 1787),und Ioh. v. Müller's „Schweizergeschichte", Hd. 3, „Sämmtl. Werke", Th. 21,S. 369 fg.
Zimmer (PatriciusBenedict), einer der ausgezeichnetsten kath. Theologen,geb. zu AbtSgemünd den 22. Febr. 1752, studirte zu Ellwangen und Dillingen schöne Wissenschaften, Philosophie, Theologie und Kirchenrecht. Nachdem er 1775die Priesterweihe erhalten hatte, ward er zü Dillingen im Studienconviete Repeti-tor des KirchenrechtS, und 1783 an der dortigen Universität Pros, der Dogmatik.1795 erhielt er seine Entlassung, über deren Ursacheein noch nicht enthülltes Dun-kel liegt. Nach der Äußerung seines Biographen Sailer, welcher damals mit Z.gleiches Schicksal h^tte, wird diese Entlassung als Werk des ängü'ichen lichtlosenEifers seiner Gegner angesehen. Eine Zeit lang lebte er nun als Pfarrer zu Stein-heim. Als der 1825 verst. König v. Baiern, Maximilian Joseph , zur Regie-rung kam, ward Z. 1799 an die bairische Universität Ingolstadt als Pros. der Dog-malik berufen und 1800 mit der Universität nach Landshut versetzt. 1806 wardihm das Lehrfach der Dogmatik abgenommen, vermuthlich weil er sich in einigenseiner Schriften als Anhänger der Identitätsphilosophie gezeigt hatte. Nach einemhalbjährigen Ruhestände wurde er jedoch als Lehrer der Archäologie und Exegesewieder angestellt. 1819 und 1820, wo er das Amt eines R-ctorS der Universitätbekleidete, wählte man ihn zuni Abgeordneten für die zweite Kammer der Stünde-versammlung des Königreichs Baiern, und die Ständeversammlumi selbst ernannteihn zum Mikgliede der Gesetzgebungscomitä, in welcher er als der Älteste den Vor-sitz hatte. Im Dct. 1820 starb er. Er schrieb mehre theologische und philosophi-sche-Schriften. Zu den ersten gehören, s. „l)ni-. «><-. ver:, el vo,>>§>!. tu ziotculatuillius-zue subssali" (Dillingen 1789); „'I'bonl-'^iao rl'.rlstüina«tliooraiion,' >>v;Itni!:> co Iloxu atgua online üeliiioutur. gn» „niniinn Oj'iii»»traüi »XjNiuoigus ziorzo vnüiur" (Nai. I. ebend. 1787); „Vriitun oliilit.reÜA. s,tlieol. elirlst.i>ojz>uatleao 8eot. 1 2" (Augsb. 1789 ^-90); „kicken