Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zoilus Zoll

schrn widmete. Die« hinderte die Ausführung seine« frühern Plan«, die ganzegriech. Alterthumskunde zu sichten und neu zu begründen. So wichtig jene For-schungen für seinen Hauptzweck waren, so dehnten sie sich doch unverhältnißmäßigaus. Überdies hatte Z. mit dem Mangel aller äußern günstigen Verhältnisse zukämpfen. Das Schicksal, über zu gründlich angelegten Vorbereitungen da« Le-ben verstießen zu sehen, ohne an das Hauptwerk desselben zu kommen, theilt Z.mit vielen großen Gelehrten. Er war von dem dänischen Hofe zu dessen General-konsul im Kirchenstaat ernannt worden; wenige Tage nach seinem Tode kam dasDiplom, welches ihn zum Ritter des Danebrogordens ernannte, in Rom an.Er war Pros. der Universität Kiel und Mitglied der Akademien zu Kopenhagen ,Göttingen, Berlin, Siena, Florenz, Rom ic. Eigentlich gehörte er Roman,wo er allein den ihm angemessenen Wirkungskreis finden konnte. Er siarb daselbstden 10. Febr. 1803, betrauert von Allen, die ihn kannten. Don 11 Kindernüberlebten ihn 2 Töchter und ein Sohn, der Mathematik studirt. Die k. dänisch«Regierung schuht sie vor Mangel. S. „Zoega's Leben. «Lamml. s. Briefe undBeurtheilung s. Werke, durch F. G. Welcher" (2 Thle., 1813). Derselbe hatseine Abhandlungen herausgegeb- n. Auch fintetman in Welcker's „Zeitschr. f. Gesch.und Ausleg. der alt. K." seine schätzbaren Bemerkungen zu Viscontis ?io.^lemonti,i." mitgetheilt. Ein anziehender Aufsatz ,'lbcr Z-, vom Sraat«-rath Morgenstern in Dorpat , steht in den „Zeitgenossen", N. R„ XIII. VVI.

Zoilus, ein griechischer Rhelor, geb. aus Amphipolis , einer Stadt inThrazien , lebte ungefähr 210 vor Chr. Er ist bloß durch seine hämischen Kritikender Werke des Plato und besonders der Gedichte des Homer bekannt oder vielmehrb-»1chtigt worden; wegen der lehtern ward er die Geißel des Homer (llomeionia-»u») genannt. Von s. Schriften ist Nichts auf die Nachwelt gekommen, undder Verlust derselben scheint nicht zu bedauern zu sein. Z, wollte sich auszeichnen,that es aber auf eine für ihn nicht vortheilhsfieArt. Erging in einem auffallenden,schmutzigen Anzüge einher, widersprach Allen und redete von Jedermann Bö,ses. „Ich rede von allen Leuten Böses", antwortete er einst auf die Frage, warumer das thue, „weil ich selbst nicht soviel Böses thun kann als ich thun möchte".Zur verdienten Strafe bezeichnet das ShrüchWort jeden hämischen, schmähsüchtigenTadler mit dem Namen Zoilus.

Zoll, ein Längenmaß. (S. Fuß.)

Zoll, Mauth , Douane, ist eine auf die Einfuhr, Durchfuhr und Ausfuhrvon Waaren gelegte Abgabe, welche entweder nach dem Werthe oder nach dem Ge-Wichte oder nach dem kubischen Inhalte der Waaren erhoben wird. Die Begriffevon Zoll und andern ähnlichen Abgaben sind in den wenigsten Ländern streng ge-sondert: gewöhnlich werden Geleits- und Wegegelder mit eigentlichen Ein-undAusfuhrzöllen verwechselt, und gar häufig wird eine Abgabe als Zoll aufgeführtund bezeichnet, welche in der That nichts Andres als Accise ist. Zu ältern undneuern Zeiten hat man die Zölle als eine nützliche Abgabe empfohlen, weil manglaubte, der Kausmanu zahle sie von seinem HandelSgewinnste, weil man mit-telst derselben den Fremden bei der Durchfuhr eine Steuer aufzulegen vermochte,und weil man damit den Handel leiten zu können wähnte. Es ist aber in derRegel nicht der Kaufmann, welcher den Zoll wirklich bezahlt, sondern dieser sckießtdenselben nur vor und läßt sich ihn demnächst mit Zinsen für den geleisteten Vor-schuß im Preise seiner Waaren von den Käufern wieder vergüten; die Steuer aber,welche beim Transito den Ausländern aufgelegt werden kann, ist in der Regel nurunbedeutend, und ihre Anlegung eifsten große Vorsicht, soll sie dem Handei nichtverderblich werden; und was die Leitung des Handels betrifft, welche man durchZölle beabsichtigt, so beruht es hauptsächlich auf irrigen, durch das Mereantil-sysiem (s. d.) auf die Bahn gebrachten Vorstellungen, wenn eine Regierung dar-