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Zoll-- und Mauthwesen
Gang der Gewerbe scheint in allen Fällen dos Zuträglichste zur Vermehrung desNationalreichthums zu sein. Das Zoll-- undMauihwesen, al« ein Instrument denNationalreichthum zu vermehren betrachtet, scheint daher unbedingt verwerflich,und eine Handelspolitik, welche ihm durchaus allen Einfluß in dieser Hinsicht ver-sagt, die beste sür das Wohlb, finden der Völker zu sein.
Ist abrr einmal die Gewerblhätigkeit der Völker dadurch geordnet, so wirdgroße Behutsamkeit erfodert, es abzuschaffen und die natürliche Freiheit der Ge-werbe wieder herzustellen. Denn es würde dadurch das Vermögen und die Ge-werbthäligkeit Derer zerstört und znni Theil ganz vernichtet werden, welche nuneinmal ihren Capitalien und ihrer Thätigkeit, im Vertrauen auf das eingeführteMauthfystem, eine bestimmte Richtung angewiesin haben. So hat England durchseine Kornpolizei die innern Getreidepreise so hoch in die Höhe getrieben, daß da-durch dem Getreidebau eine Menge Capitale zugewandt worden sind, die ihm niezugewandt sein würden, wmn die englische Kornpolitik nicht die Concurrenz desausländischen Getreides auf englischen Märkten erschwert hätte. Jetzt sieht mannun zwar in England das Schädliche dieser Politik ein; da man aber durch eineplötzliche Aufhebung der bisherigen Politik das Vermögen eines großen Theils desVolks zerstören und einem ebenso großen Theile feine Beschäftigung nehmenwürde, so wird es allerdings sekr schwer halten, den gemachten Fehler wieder gut-zumachen. Ein Volk, dessen Salzwerke hauptsächlich dadurch in Flor gebrachtsind, daß man dem wohlfeilem fremden Dalze den Eingang verschloß, würde unterden Eigenthümern der Salzgründe und deren Bearbeitern ein großes Unglück er-leben, wenn die Regierung plötzlich die Einfuhr des fremden Salzes freigebenund dadurch den Preis des inländischen bis aus die Hälfte herunterdrücken wollte.Hütte aber die Regierung vom Anfange an die Einfuhr des fremden Salzes frei-gelassen, so würden die inländischen Salzwerke, wenn sie das Salz nicht so wohlfeilliefern konnten als fremde Völker, niemals in dem Grade angebaut worden sein.Dagegen würd, n sich andre Gewerbe in demselben ausgebildet haben, welche Etwasproducirt hätten, wofür das fremde Salz gekauft werden konnte, und dabei würdesich die Nation ebenso gut, wo nicht viel besser, befunden haben. Denn sie hättedann nicht nöthig gehabt, das Salz so theuer zu bezahlen, und also von Dem,was sie jetzt für Salz geben muß, Etwas übrig behalten, um andre Dinge dafürzu kaufen.
In einem ganz andern Lichte erscheint das Mauth - und Zollwesen, wennman es bloß als ein Mittel betrachtet, einen Theil des Staatseinkommens da-durch zu erheben. Zwar gibt es Staatslehrer, welche dasselbe auch in dieserHinsicht absolut verwerflich finden und behaupten, daß dasselbe solche wesentlicheFehler in sich enthalte, daß alle Mühe, sie zu verbessern und dem System einegerechte und weise Einrichtung zu geben, vergeblich sei. Allein wenn man gleichzugeben muß, daß viele der jetzt bestehenden Mauthen alle die Fehler haben, welcheman ihnen Schuld gibt, als: 1) daß sie die Betriebsamkeit und den Handel hem-men; 2) Einige begünstig n und Andre benachtheiligen, und folglich Ungleichheitin die Besteuerung bringen; 3) zu große Erhebungskosten verursachen, und da-her dem Besteuerten viel mehr abnehmen, als nöthig wäre, um dem Staate die-selbe Einnahme auf andern Wegen zu verschaffen; 4) daß sie ganz andre Personentreffen, als sie treffen sollen; 5) daß sie die Unmoralität des Volks verursachen,indem sie dass lbe zum Betru z und zur Ergreifung des lasterhaften Gewerbes, näm-lich des Schleichhandels, verleiten :c.: so lass n sich diese Mängel doch größtenkheilsvon dem System entfernen, lind wenn man erwägt, daß Abgaben einnial noth-wendig sind, und ohne sie kein Staat besteh n kann: wenn man ferner erwägt,daß eine so große Summe, als tue neuern Staaten zu Bestreitung ihrer Bedürfnissenöthig haben, durch directe Auflagen auf das Vermögen und das Einkommen des