Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
551
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Aorouster

tiefer 2Telt den Unschuld und Seligkeit 3000 I. Im nächsten, gleich großen Zeit-räume degmnt der Kampf zwischen d»i Lichte und der Finsterniß, dem Oi inuzdund .'lbriman, Beide theilen streuend die Herrschaft d-r Welt. Die folg. 30tb) I.verbleite» nnd befestigen den °2>eg des Ahriman ; später unierliegt seine Macht, oieDews versinken in sicichis; ihr ehemal. Fürst verherrlicht Ormuzd ; das Böse ver-schwindet. Die Tod.en stehen auf; das Uranfang iche Reich der seligen Geister un-ter der Regierung des Ormuzd keh t wieder. Nach dieser Vorstellungsweise dauertdie Well 12,000 I. Die 12 Zeichen des Thierkreifts spielen dabei eine Rolle, je-dem ist ein Jahrtausend zuzeth.ilt. Ähnliche Beziehungen finden fich häufig in derGeschichte der alten Völker. Die Zahl 7, nämlich 1 Amschaspands und 7 Erzdew»,mit Einschluß des Ormuzd und Ahriman . Die Zahl 7 weist hin aus die Planeten^Die untergeordneten Genien der Körperwelt sind die personificirten Theile und Ele-mente der Natur. Die Geister der Mensche» gelangen erst durch eine abgesonderteselige Präepistenz in Körper, streiten in ihrem frühern himmlischen Zustande gegendie dosen Dämonen, beschütze» die Rechtschaffenen auf Erden und werden von ih-nen verehrt. Die Menschen selbst find entweder Diener des Ormuzd durch Weis-heit und Tugend, oder Sklaven des Ahriman durch Thorheit und Laster. Jenekommen nach dem Tode über die Brück- Jschinevad in die Wohnungen der -Seli-gen, diese stürzen in die Hölle. Wann Ahriman besiegt ist, erfolgt die Auferste-hung der Leiber, und die Erde schmückt sich zum Aufenthalte der Tugendhaften.Man muß sich Huten, die dargestellte Lehre nicht zu sehr aus örtlichen Beziehungenerklären zu wollen, wie denn eine modernflache Planmäßigkeit überhaupt den reli-giösen Instituten des Alterthums fremd ist. Freilich spürt nian in den aufgetra-genen Farben Züge des asiatischen Despotismus, aber auch hier erfodert das ver-gleichende Aussig n Behutsamkeit. (S. über den Dualismus des Zoroaster: Rho-de, „Die heilige Sage d-s ZNdvolkS".) Jene wesentlichen Glaubensbestimmun-gen kommen in dem Zend-Avesta, der heiligsten Urkunde der Zoroastrischen Reli-gion, vor. DieEnioeckung dieses uralten schriftlichen Denkmals durch A ng ue-til du Perron (s. d.), der die Spuren bis an Ort und Stelle verfolgte, wollteanfänglich keinen Glaube» finden. Zu Surate erhielt er von gelehrten PersernAbschriften der Bücher des Zend-Avesta in der Zend- und Pehlwisprache, studntedie letztere selbst, und übersetzte in Verbindung mit den sprachkundigen Eingebore-nen den Zend-Avesta ins Neupersische. Zurückgekehrt nach Frankreich überließer die in Indien gesammelten Schriften der pariser Bibliothek und gab den Zend-Avesta nebst erläuternden Anmerkungen französisch heraus. Der berühmte Orien-talist, Will. Jones, sprach aus leidenschaftlichen Nebenabsichten besonders lebhaftgegen die Wahrheit des außerordentlichen Factums, doch ohne sonderliche Gründe;scharfsinniger waren die Einwendungen MeinerS's; Kleuker , der deutsche Über-setzer des Zend-Avesta, kämpfte die vorgebrachten Zweifel mit Erfolg nieder. Jetztward die Echtheit des Vendidad und Jzeschne, einzelner Bestandtheile des Zend-Avesta, nicht länger bezweifelt, und mit dem Übrigen wiffen wir hinreichend, wiewir daran sind. Die neuesten Untersuchungen des religiösen Alterthums, inso-fern sie besonders Indien umfassen, haben manchen Punkt in der Lehre des Zoroa-ster beiläufig aufgeklärt. Die literarische Ausbeute, welche der dänische LinguistRask von s. Reise nach Indien zinnickgebracht hat, verspricht neue Erläuterun-gen und drückt der Echtheit des Zend-Avesta ein unverletzliches Siegel auf, wennes dafür noch andrer Beweise bedürfte als der bisherigen. (Vgl. Zend-Avesta.)Die Bücher aber, die man u. d. N. der „ Orakel des Zoroaster" kennt, und wel-che bei Freunden der Schwärmerei und der sogen, geheimen Wissenschaften, durchdie man den Stein der Weisen zu entdecken hoffte, in großem Ansehen gestandenhaben, sind ein untergeschobenes Produck aus christlicher Zeit.