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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zschokke

der Ianitscharenaga ?lli Bassa da« Wasser abgraben wollte, um desto eher zu denBasteien zu kommen, machten die Belagerten einen Ausfall mit 400 M., der ih-nen trotz des Sieges — denn sie vernagelten dem Feinde mehre Stücke — doch da«Leben vieler Tapfern kostete. Dom 26. Aug. bis 1. Sept geschahen täglich 1 undmehre Stürme auf das -Lchloß, die Z, immer zurückschlug. Ebenso standhaft wie«er alle Anerbiekungen des Feindes von sich; selbst die Drohung des GroßvesierS,daß derWultan s. vorgeblich in lürkischeGefangenschaft geralhenenSohn ermordenlassen würde, wenn er die Festung nicht übergäbe, konnte s. Entschluß nicht erschül»lern. Dor Zorn und Verdruß darüber außer sich, starb Suleyman, welcher zuletzt1000 Goldgülden auf A.'s Kops gesetzt hatte, den 4. Sept. an der Lagerseuche.Der Großvefier verbarg s. Tod den Truppen. Am 5. Sept. gelang eS den Türken,das äußere schloß in Brand zu stecken. Z. flüchtete mit den Seinigen in das in-nere; vergeblich suchte der Türken ganzes Fußvolk mit ihm zugleich in das Thor derinnern Burg zu dringen. In dieser war aber weder Mund- noch Kriegsvorrath,und der längere Besitz derselben ganz abhängig von dem äußern Schlosse. Da un-ternahmen die Türken am 1. einen allgemeinen Sturm. Schon siel da« Feuer di«in des Grafen Gemächer; die Burg brannte. Jetzt versammelte Z. die Seinigen.Ohne Panzer, nur mit Helm, Schtld und Säbel trat er unter sie: „Gedenkt", riefer, „eures Eides! Wir müssen hinaus. Oder wollt ihr hier verbrennen, wollt ihrverhungern? So laßt uns sterben als Männer. Ich gehe voran, thut, was ich".Damit stürzte er die >L7chloßbrücke hinaus, s. Sechshundert ihm nach und hineinunter die Hundertlausende von Türken. Bald traf ihn der erste, dann ein zweiterSchuß; er fiel und kämpfte, bis der dritte Ungarns Leonidas ibdkete. Alle dieSei-nigen kamen um, zum Theil zurückgedrängt in das brennende Schloß. Aber hiersprangen plötzlich — Z. hatte Lunten gelegt — die verschiedenen Pulverkammern indie Luft, und eine große Zahl Türken wurde zerschmettert. Die Belagerung hattedem Sultan über 20,000 M. gekostet, und ihm selbst das Leben. Die Türkenbehaupteten den Platz bis 1689. Der Ianitscharenaga ließ Z.'s Kopf auf einerStange vor des Sultan « Gezelt aufstellen; dann ward das furchtbare Haupt, au«Achtung gegen Z.'s Heldentod, dem kaiserlichen Feldherrn, Grafen v. Salm»nach Raab geschickt. Das Geschlecht der Z. erlosch 1103. Von Z.'s zerstörterFeste sind nur noch die mit Reben bepflanzten Wälle zu sehen. Ein Trauerspiel:„Zrini", von Theod. Körner, stellt die erzählte Katastrophe dar, verfehlt aber diewahre Erschütterung durch «in unnatürliches Effecthaschen. An demselben Fehler.

^ wozu noch Mangel an strenger historischer Krück kommt, leidet die Biographie desHelden in Hormavr's „Östreich. Plutarch ", 7. Bd.

Zschokke (Johann Heinrich Daniel ), der ausgezeichnete, dem denkendenwie dem unterholtungslustigen Publicum Deutschlands gleich werthe Schriftsteller,geb. zu Magdeburg d. 22. März 1771, war der jüngste Sohn wohlbemittefterAl-1 lern. Früh verwaist, erhielt er s. erste Bildung auf der Klosterschule U. L. Frauen, und dem Gymnasium der Altstadt, wo er zuerst größteniheils heimlich alte und neue! Dichter und Philosophen las. In Lebensüberdruß versunken, riß er sich durch eineReise, die das Ansehen einer Flucht hatte, aus s. Verhältnissen heraus, trieb sicheine Ze>k lang mit wandernden Schauspielern als Schauspieltichter umher und be-zog sodann, mit den Seinigen ausgesöhnt, die Universität Franks, a. d. O. , wo erI ohne festen Plan Philosophie, Theologie, Geschickte und schöne Wissenschaften,

! auch Cameralwissenschaften studirkc. 1792 trat er hier als öffentlicher Lehrer auf,indeß konnte er weder Anstellung nach Besoldung erlangen. Wie wenig die anhal-tende, streng wissenschaftliche Anstrengung den Schwung der Phantasie, überhaupt! das Spiel ästhetischer Empfindungen un'erdrückt hakte, zeigten bald darauf mehre! schriftstellerische Versuche im dramatischen Fache. Sie haben aus der Bühne zum: Theil Glück gemacht, besonders „Abälliuo", der noch jetzt hoch in der Volksgunst