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Zschokke
sk-cht. Diese Bemühungen sind nichts weniger als eigentliche Kunstwerke, auchmag es der wahrheilliebende Derf. nie so wichtig damit gemeint haben; sie sindals jugendliche Ergießungen zu betrachten, in denen das Talent einer blühende»,kräftigen Darstellung zum Besten der folgenden, reifern Arbeiten sich sorglos er-ging. Wöllner lenkte Z., welcher gegen das Religionsedict geschrieben halte, von«der akademische,» Laufbahn unabsichtlich in die politische durch den Widerstandswelchen er 1795 seinem Gesuch einer ordentlichen Professur an der frankfurterHochschule entgegenstellte. Z. machte nun eine Reise durch Deutschland , dieSchweiz und Frankreich . Wahrscheinlich kam seine freie Lage einem längst ge-nährten Wunsche entgegen, vielleicht herrschte aber auch eine bestimmtere Absichtauf die Schweiz vor. Auf einer Reist „ach Italien wurde Z. von mehren Sei-ten so lebhaft angegangen, die Leitung des ehemaligen Seminariums von Marsch-linS und Haldenstein , damals in Reicherm», zu übernehmen, daß er den verei-nigten Wünschen nachgab. Durch ihn und den bewährten AltbürgermeisterTscharner hob sich diese Anstalt schnell und kräftig. Wie sehr das Verdienst desneuen Vorsteher um dieselbe anerkannt wurde, beweist die Ertheilung des Bürger-rechts, womit ihm Räthe und Gemeinden der 3 Bünde öffentlich dankten. Er er-widerte diese republikanische Auszeichnung später auf eine angemessene Weise durch,die Herausgabe seiner beisallswürdigen „Geschichte Graubündtens". Die Staats-umwülzung der Schweiz , durch frühere Ereignisse und Stimmungen mannigfal-tig vorbereitet, brach 1798 aus; die Franzosen drangen ein, mit ihnen kam Ver-wirrung, Unfriede, Leidenschaftlichkeit über das Land. Z. dachte an seine Pflichtund an die Unabhängigkeit des Freistaats, dein er näher angehörte; daraus ent-sprang sein Entschluß, als Freiwilliger gegen die Franzosen zu dienen. Doch derKampf der kleinen Cantone war schnell entschieden; zugleich wurden die GrenzenGraubünttens von einem franz. und von einem östreich. Heere so gefährlich be-droht, daß Z. unter diesem Wechsel der Dinge seinem mannhaften Vorhaben ent-sagen mußte, besonders da jetzt eine große TageSangelegenheü ihn und alle Freundedes Gemeinwesens aus das lebhafteste beschäftigte, nämlich die hochwichtige Frage,ob die Bündter für sich allein stehen oder mit den Schweizern zusammenhalten soll-ten? Die Vernunft empfahl das Letztere, die Leidenschaft verlangte das Erstereund drang auch damit durch, trotz des entschlossenen Widerstandes, den Z. undTscharner, in richtiger Erwägung der Verhältnisse und aus Liebe zum allgemeinenBesten geleistet hatten. Die Überspannung machte sich bald daraus Luft in Be- 'schuldigungen und Ausbrüchen des VerfolaungSgeisteS; das kärglich wiederherge-stellte, jetzt aufgehobene Seminar wurde ein namhaftes Opfer d> ser gewaltthäti-gen Verblendung. Z. und Tscharner, bisher in einem gemeinschaftlichen Wir-kungskreise glücklich verbunden, sollten noch einige Zeit auf einem größer» Schau-platze öffentlich neben und für einander wirken, und zwar in Aarau , dem damali-gen politischen Mittelpunkte der Schweiz , als Deputirte bei den helvetischen undsranz. Behörden. Tscharner, vielleicht nicht gewachsen oder innerlich abgeneigt demDränge der neuen Dinge, zog sich bald zurück und erschwerte dadurch die Last aufZ.'S Schultern, der außerdem, seit dem Einzüge der Ostreicher in Bündten, alsDeputirter von seiner bevollmächtigenden Basis völlig abgeschnitten war, einzigund allein auf sich und seine Kraft gestellt. In dem Zustande dieser Vereinzelungwählte ihn Stapfer, der danialige Minister der Wissenschaften, zum Chef für dasDeport, des Schulwesens; kurz darauf wurde er in der Eigenschaft eines bevoll-mächtigten RegierungscommissairS von dem helvetischen VollziehungS-Direcko-rium nach Unterwalden geschickt, wo zu den Verwüstungen des Kriege« auch nochdie Parteiwuth, die schlimmste aller Geißeln, sich gesellte. Z. fand sich in seine .verschiedenartigen Geschäfte schnell hinein; es lebt etwas in ihm von der antikenGeschicklichkeit und Kraft, die an jeder Stelle leicht einheimisch wird, wohin das