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raub und stumm oder verschnitten sind, werden als treuere Leute vorgezogen. Auchan den deutschen Höfen fehlte es noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrh. unter ^der Hofdtenerschafk nicht an einen, Kammerzwark, wie man ehemals schrieb, der 1bisweilen auch die Rolle eines Hofnarren spielte. Der Geschmack an dergleichen Be« 'lofligungrn hat sich verloren. Am weitesten trieb es damit in Rußland Peter der sGroße, der die Zwerge seines Reichs an seinem Hofe versammelte, und die bekannteZwergenhochzeit veranstaltete. Die Sagen von Zwergen leite» Einige davon ab,daß die Bekenner älterer Religionen von denen der neuern (z.B. in dem allen Skan-,dinavien) in die Berge vertrieben worden, und daß man ihnen bald em formlose»'Ansehen angedichtet habe.— In der Naturgeschichte nennt man Zwerg ei«nen Organismus, der die gewöhnliche Höhe seiner Species nicht erreicht hat, ohne zdoch verkrüppelt zu sein, z. B. in derBotanik ein Gewächs, das in seiner Art nie,;drigcr ist als andre, wie Pflanzen aus hohen Berß»n, z. B. das Knieholz aus den -Sudeten . In der Gärtnerei heißt Zwergbaum ein Baum, der durch Pfro-pfen und besondere Wartung so gezogen ist, daß er keinen Stamn, in die Höhetreibt, sondern bald über- der Wurzel sich in Zweige ausbreitet, und niHkSktsto-rveniger viele und gute Früchte trägt.
Zwickau, Stadt im erzgebirg. Kreise des Königr. Sachsen , liegt an derMulde, welche hier viele Mühlen treibt und durch die Vorstädte fließt, in einem sehranmuthigen Thale . Sie Hai 900 H. u. 4000E., welche Tücher und Caltune fabri-«iren, Leder zurichten und Werkzeuge für die Wollarbeiter verfertigen. Auch befin«'den sich hier 2 große Farbenfabriken, eine Siegellacks- und eine Carminfabrik.Zwickau hat 4 Kirchen, ivorunter die alte Dom- oderKatharinenkn che mit altdeut-,scheu trefflichen Gemälden (z.B. LucasKranach's Segnung der Kinder, und mehrevonWohlgemuth), «in Hospital und eine latein. Schule mit einer Bibliothek vonIK.OOOBdn., die zum Theil aus der grünhainschen Klosterbibliothek entstanden ist,und mit einerNaturaliensammlung. In dem Schlosse Osterstein , welches von derStakt durch Mauern undGraben getrennt ist, wurde 1115 ein Zucht- und Arbeits-haus angelegt, und seit 1824 ein Landarbeitehaus damit verbunden. Die Sträf-linge sind in 2 Elasten, die härtere und gelindere, getheilt. Die Arbeiten derselben,die zweckmäßig eingerichtet sind, verschaffen einen nicht unbedeutenden Ertrag. EineStunde von Zwickau, bei Planitz und Bockwa , sind wichtige Steinkohlengruben.Zwietracht, s. E ri s.
Zwilling. Man rechnet, daß ungefähr unter 80 Geburten eine Zwil-lingSgrburt vorkommt, d. h. eine solche, wo 2 Kinder in kurzer Zeit nach einan,der geboren werben. Ob beide in einem und demselben GeschlechtSacte oder inzweien, die sich in kurzer Zeit nach einander folgen, erzeugt werden, daiüber sinddie Meinungen noch getheilt; mehre Beobachtungen machen jedoch das Letzterewahrscheinlich. Znstilingskinder sind oft ebenso verschieden in ihren Neigungen undkörperlichen Eigenschaften als andre; oft sind sie jedoch schwächlich und sterben baldnach der Geburt, wenn sie nicht mit der größten Aufmerksamkeit und Sorgfalt ab-gewartet werden. Bei der Geburt von Zwillingen sind besondere Regeln zu befol-gen, welche hier nicht zu erörtern sind.'E- scher- den Bau der vereinigten Zwil-lingsmädchen Ritta und Christina, welche in Paris 1829 starben, und über diedurch ein Fleischband am Bauche zusammengewachsenen «L-iamesen in Boston undLondon 1829 , s. man Froriep's „Notizen aus dem Gebiete der Natur - und Heil-kunde rc." (1829). — In der Astronomie sind die Zwillinge ein Sternbilddes TheerkreiseS, sogenannt von den Dioskuren. (S. Kastor und Pollur.)
Zwingli (Ulrich). Dieser mit Luther gleichzeitige Reformator wurde zuWildenhausen in der s-tweizerischenOirafsibaft Toggenburg d. 1. Jan. 1484, alsder dritte von 8 Söhnen des käsigen Amtmanns, geb. Den Grund zu seiner Ge-lehrsamkeit legte er schon früh in Basel und Bern , wo er unter der Anleitung desdamals als Dichter und Gelegnen berühmten Heinrich Wvlflem die Alten studü-te.