Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Seine fernere Ausbildung erlangte er auf der Universität zu Wien , wo er sich derPhilosophie, und in Basel , wo er sich unter Wpltenbach der Theologie widmete.Er wurde 1506 Pfarrer in GlaruS, und hier that er, was Luther im Augustiner-kloster zu Erfurt that: er las fleißig die heilige Schrift. Die Briefe Paulischrieb er in der Grundsprache ab und leinte sie auswendig, was ihm nachher beiseinen Disputationen gute Dienste that. Den Feldzügen der Glarner für den Papstgegen die Franzosen in der Lombardei wohnte er 1512, 1513 und 1515 als Feld-priester bei, für welchen Dienst er bis 1511 vorn Papste eine Pension von 50Gulden jährlich bezog. 1516 kam er als Prediger in das durch die vielen Wall-fahrten berühmte Kloster Maria-Einsiedeln . «Hier zeigte sich sein Geist erhabenüber den Geist der damaligen Zeit, und ihm weit verstrebend, als er, mit einer bes-sern Einsicht ausgerüstet, wider die in der Kirche eingerissenen und für sie selbst inmoralischer Hinsicht so verderblichen Mißbräuche, ja sogar wider die Wallfahrtenund die Verehrung der Maria mit Eifer predigte, und die Bischöfe zu Sitten undKonstanz ouffoderte, die Verbesserung der Religionssätze nach Anleitung desgöttlichen Wortes thätig zu befördern. Doch war er damals noch so wenig ver-dächtig, daß ihm der päpsil. Legat Ant. Pulci 1518 das Diplom als Akoluthen-Caplan des heil. Stuhls gab. Bald darauf ward er nach Zürich berufen und trats. Amt als Leutpriester oder Pfarrer am großen Münster daselbst d. 1. Zan. 1519mit einer Predigt an, worin er sich für das reine Evangelium und gegen den Peri-kopenzwang erklärte. Daher hat am 1. Jan. 1819 die rcformirte Kirche in derSchweiz >br Jubelfest begangen. In diesem Pfarramt?, zu dem er 1521 noch eineStelle als Chorherr erhielt, lhat er sich besonders durch seine Predigten über die bibli-schen Bücher hervor, und man kann als sicher annehmen, daß diese Predigten nebstdenen wider Irrtdümer, Aberglauben und Laster den Grund zu seinem nachmaligenReformationswerke legten. Er hatte eben dieselbe Veranlassung dazu, die Luther hatte. 1518 fanh sich nämlich Bernardui Samson, ein Franciscaner aus Mai-land , in der -Lchweiz ein, in der Absicht, für den päpstl. Hof durch den AblaßkramGeld zu gewinnen. Z., der bei Samson's erstem Erscheinen noch in Einsiedeleipredigte, witers hte sich ihm sowol hier als in Zürich mit der ganzen Gewalt seinerKanzelberedtsamkeit, und erlangte, da der Ablaß schon überall verhaßt gewordenwar, doch so viel, daß er in Zürich nicht in die Stadt gelassen wurde. SogardcrBischof von Konstanz , den Sanifon s mönchischer Dunkel sehr beleidigt hakte, Un-terstützte Z. in seinem Angriffe auf jenen. Von nun an ging Z. mit dem einstim-migsten Beifall der Züricher und eines großen Theils der übrigen Schweizer immerwei.ed; denn die Obrigkeit in Zürich unterstützte sine Verbesserungen dergestalt,daß sie schon 1520 einen Befehl durch ihr Gebiet ergehen ließ, vermöge dessen dasWort Gottes ohne menschliche Zusätze gelehrt wei den sollte. 1522 wurde daselbstdie Reformation auch in äußerlichen Sachen vorgenommen. Zn demselben Zahreschrieb Z. s. erstes Buch gegen die Fasten der röm. Kirche und sing das Studiumder hebr. Sprache an. Die von Adrian VI. ihm gemachten Anerbietungen zu ho-hen geistlichen Ehrenstellen machten ihn nicht wankend. 1523 lud der Stand Zü-rich alle Theologen, die Z. eines Bessern überführen könnten, zu einer Unterredungnach Zürich ein. Bei dieser Disputation waren an 600 geistliche und weltlichePersonen beisammen. Z. hatte s. Glaubensartikel, welche der Gegenstand dersel-ben sein sollten, an der Zahl 61, aufgesetzt; allein die Einwendungen des berühm-ten Joh. Fader, nachmaligen Bischofs zu Wien, schienen der Obrigkeit zu Zürich so wenig befriedigend, daß sie vielmehr Z.'s Lebrart als richtig anerkannte und den-selben nebst seinen Gehülfen bei derselben bestätigte. Die zweite Disputation, beiwelcher Z. nebst seinen Amtsgenossen in Gegenwart von mehr als 900 Personendie Verwerfung des Bilderdienstes und der Messe mit solchem Erfolge vertheidigte,daß sie auf obrigkeitlichen Befehl einen Unterricht für die Prediger des züricher Ge-