Zwischenhandel Zwischenspiel 581
stens in Deutschland ) diese Zwischenzeit gewöhnlich durch Instrumentalmusik, welcheaber selten der Handlung des Stücks recht angemessen ist, ausgefüllt. Dahernennt man auch die Musikstücke (und vorzüglich die eigens hierzu componirten,z. B. von Lindpaintner ), durch welche jene Zeit ausgefüllt wird, Lulre-uetc? (Zwi-schenacte). Bei Opern und großen panlom. BalletS fällt dies jedoch in Deutsch-land in der Regel weg, um die Zuhörer nicht mit Musik zu überladen. In Frank-reich finden auch bei den Opern solche Lntre-acle; statt, welche vom Componistenals eine Art kurzer Ouvertüren oder Einleitungen mit charakteristischer Beziehungauf die Handlung des folgenden Acts dazu componirt werden. Zweck und Bestim-mung dieser Zwischenacte ist: dem Zuschauer oder Zuhörer einen Ruhepunkt zu ge-ben , um durch zu anhaltende geistige Anstrengung nicht Überspannung oder Er-schlaffung zu erzeugen, zugleich aber auch einen leisen Nachklang der durch dasVorangegangene erregten Gefühle zu erhalten, und das Gemüth in eine für dasNachfolgende empfängliche Stimmung zu versehen und daraufvorzubereiten. Mansieht hieraus, in welcher genauen Verbindung diese Zwischenmusik mit dem Gan-zen steht, und wie bedeutend dadurch der Eindruck desselben unterstützt oder (durchunzweckmäßige Wahl derselben) gestört werden kann. Hieraus entspringt daher dieso bedeutende und unerläßliche Verpflichtung für jeden Orchesterdirigenten eine»Theaters, in der Auswahl dieser Zwischenmusiken sehr behutsam und mit steterRücksicht auf den Inhalt und Charakter der Darstellung überhaupt, und auf denAuSqang der vorhergehenden und den Anfang und Inhalt der folgenden Abtheilungdes Stücks insbesondere zu Werk« zu gehen. Denn welchen störenden, widrigenEindruck es macht, wenn z. B. ein Act eine« Stücks mit Verzweiflung oder Trauerschließt, und nun unmittelbar, während die Müempfindung des Zuhörers noch involler Thätigkeit ist, das Orchester mit einem lustigen Rondo, einer Symphonie :c.einfällt und so jeden Nachklang der vorher erregten Gefühle gewaltsam erstickt, da-von kann man sich fast in jedem Theater überzeugen. Vormals wurden bei denItalienern die Zwischenacte der sogen, großen (d. h. ernsten) Opern durch Ballet »oder durch kleine Zwischenspiele, die man Intermezzi (s. d.) nennt, ausgefüllt.Während des Zwischenacte« sollte eigentlich, wie bei den Alken, die Handlung desSchauspieles nicht fortschreiten; das neuere aber spielt oft noch hinter dem Vor-hänge fort. S. Cailhava's „ärt ,Ie Is comecli»", I, 18, und Diderot '«clv la poe-ie ürauiatigue", Cap. 14.
Zwischenhandelist derjenige Handel, in welchem ein Land die Erzeug-nisse eines andern an ein drittes Land absetzt. Er beschäftigt sich daher bloß mit demUmtausche ausländischer Erzeugnisse gegen einander, ohne den Producenten deseignen Landes Absatz, oder den Consumenten desselben Zufuhr zu verschaffen. S.Rau'S „Volkswirthschaftslehre",, §. 432 fg. Gegen den Zwischenhandel der Hol-länder warCromwell's Navigätionsacte (s. d.) gerichtet.
Zwischenmittel sind in der Chemie im Allgemeinen solche Substanzen»welche eine sonst nicht stattfindende Verwand:,chaft vermitteln; Ol z. B. läßt sichunmittelbar nicht im Wasser auflösen. Hat man aber das Öl, durch Verbindungmit einem Laugensalze, zur Seife gemacht, so erfolgt die Auflösung, und das Lau«gensalz ist das Zwischenmittel der Verbindung geworden.
Zwischenräume der Körper, s. Poren.
Zwischenspiel (luto,Iu,Ii»n,) nennt man bei dem Choralspiel aufberOrgel diejenigen kurzen Sätze oder Accordfolgen, wodurch man von einer Verszeiledes Chorals, auf welche ein Ruhepunkt der singenden Gemeinde fällt, zu demTone und Accorde, mit welchem die folgende beginnt, überleitet; — auch dehntman diesen Ausdruck auf den Sah oder die Accordfolge aus, durch welche man 2Strophen des Liedes verbindet. Letzteres ist unwesentlich, ersteres aber, um Lücken,zwischen den Absitzen der Melodie zu vermeiden, zweckmäßig; nur dürfen sie keine