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Zwölfter Band. W bis Z.
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Türkei und Griechenland (1824)

nicht verführen, und seine Abtheilung Truvpen, unter Dotsaris, Sturnaris undTrokas, schlugen die Aufrührer, nahmen Wassiladi wieder, und die Verrathenflüchteten sich endlich zu Omer Vriones. Dieser Aufstand vereitelte die unternom-mene Belagerung von Lepanlo. Lord Byron's Gesundheit litt durch so unerwarteteEreignisse, und der bochherzige Mann starb nach einer lOtägigen Krankheit den19. April 1821. Ostern, sonst das Fest der Freude, ward durch eine allgemeineTrauer von 21 Togen gefeiert. Des Dichters Herz blieb in Missolunghi , unds. Tochter ward von Griechenland adoptirt.

Der Feldzug sollte beginnen. Die Griechen waren unter sich entzweit; ihreVerbindung mit England war unterbrochen, und der Lord -Obercommiffairder ioni-schen Inseln erlaubte nicht, daß die Gelder der Anleihe in Zante einstweilen nieder-gelegt wurden. Unterdessen fand ober auch der türkische Oberbefehlshaber großeHindernisse. Der Pascha von Salonichi wollte ihm nicht gehorchen; die Paschenvon Skodra und Ianina konnten, von den frühern Verlusten erschöpft, nicht sogleichmit frischen Truppen zu ihm stoßen. Er blieb daher länger als einen Monat unthä-tig zu Larissa. Die vom Kapudan Pascha versuchte Landung auf der lhessasischenInsel Skiaihos mißlang; doch warf er einige tausend Ianikscharen in die Festun-gen von Negroponte (s. d.), wo Odysseus und vorzüglich DiamanliS den Win,»er über die Türken mehrmals geschlagen hatten. Nun erst rückteDerwisch ins Feld.Zwar wurde sein Unterbefehlshaber Bekir Pascha von Odysseus und sNikitas am1. Juni bei Zeiluni geschlagen; allein ein andrer Heeitheil vereinigte sich mit denTürken von Negroponte und besetzte die Landschaft Attika; Gouras, «in Unterbe-fehlshaber des Odysseus, mußte sich in die Citadelle von Athen zurückziehen. Gleich-zeitig hatte Ismail Gibraltar, der Admiral der ägyptischen Flotte, Kandia unter-jocht. Der Statthalter Tumbasis rettete nur einige Greise, Weiber und Kinder nachHydra; einzelne griechisch-kandiotische Banden zerstreuten sich in den Gebirgen.Darauf unternahm Ismail Gibraltar den Angriffauf die Insel Kassos . Die tapfernBewohner schlugen am 8. Juni den Feind zurück; allein am 10. wurden sie aufeinem andern Punkte der Insel, wo sie es nicht erwarteten, nochmals mit großerÜbermacht angegriffen. Der hartnäckigste Widerstand endigte mit ihrer Vernichtung.Der Feind machte eine unermeßliche Beute. — Während dies geschah, rüstete sichKhosrew, der Kapudan Pascha, bei der Insel Mitvlene, zu einem Angriffauf I psaraundWamos; 20,000 Asiaten, zur Landung bestimmt, lagerten an der Küste vonSmyrna, wo sie, ohne Sold und Lebensmittel, die wildeste Plünderung verübtenund wehrlose Griechen ermordeten. So kamen mehre Tausende in Pergamus um,wo Mord und Plünderung 36 Stunden währten.

Das kleine, stark befestigte Felseneiland Ipsara (s. Hydrioten) hatte sichder Pforte furchtbar gemacht durch die Zahl seiner?chiffe und Brander, auf wei-chen die kühnsten und tapfersten Insulaner des Archipels Tod und Schrecken bis indie Dardanellen trugen. Khosrew besaß genaue Kunde von den Derschanzungenund Batterien der Insel. Ehe er mit 14,000 Kerntruppen, meistens Albanesex,die Ismail Pliassa, ein Neffe des bekannten Ali Pascha von Ianina, befehligte,den Angriff unternahm, bot er 3 Mal den Ipsariotcn Verzeihung und Schutz an.Sie verwarfen alle Vorschläge. 5000 Griechen und Albaneser besetzten die wich-tigsten Punkte; auch die Frauen rüsteten sich zum Kampfe. Nun verließ Khosrew,früh am 3. Juli, die Rhede von Mitvlene, mit 2 Linienschiffen, 6 Fregatten, 10Corvetten, mehren Briggs und Goeletten, einer großen Zahl neugebauter Kano-nierschaluppen und Mehr als 80 europ. Transportschiffen. Weine Flotte umzin-gelte die Insel; die Kriegsschiffe begannen dasFeuer auf dieStadt und die Batte-rien des Forts. Während hier der Hauptangriff zu sein schien, gelang die Landungan der entgegengesetzten Küste auf einer sandigen Landzunge, wo ein Bataillon Al-bgnescr, unter dem Verräther Goda, eine Strandbatterie nach kurzem Widerstände