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Türkei und Griechenland (1824)
zerstreuten sich; sie selbst mit Ihren Anhängern stellten sich unter die Fahnen desAufruhrs inTripolizza, wo Panos Kolokotronis an ihre Spitze trat. Nun kehrteKonduriolis am S. Dec. nach Nauplia zurück und rief aus Attika die HeerführerGouras, Tassos u. A. nach Korinth ; Koletti übernahm den Oberbefehl, Christasund Maurogeni zogen vor Tripolizza . Die Rebellen wurden in mehren Gefechtengeschlagen; Panos Kolokotroni« blieb, und seine Anhänger zerstreuten sich. Diebekannte Amazone Bobelina, Kolokotronis'« Anhängen», fiel durch den Dolch einesGriechen, wie eö heißt, des Geliebten ihrer Tochter, dem sie deren Hand versagthatte; Odysseus , welcher mit den Türken auf Negroponte in geheime Verbindunggetreten war, erlitt von Gouras eine Niederlage, wurde gefangen und in einenvon ihm selbst zum Schuhe Athens gebauten Thurm gesperrt; der Versuch zuentspringen, mißlang; er stürzte in die Tiefe und blieb todt. Kolokotronis derVater sah sich jetzt von Allen verlassen und sandle im Dec. 1824 seine Unterwer-fung ein. Die übrigen Anstifter des Aufruhrs entflohen nach den ionischen Inseln;Einige ergaben sich, Andre wurden ergriffen und nebst dem alten Kolokotronis nachHydra in ein Kloster gebracht, wo sie von einer Commission gerichtet werden soll-ten. Der Mainolten-Bei Psttro Mauromichaliü ward freigesprochen. Die Re-gierung bemühte sich nunmehr, den Gehorsam des Heeres gesehl.ch zu befestigen,und traf Anstalten, um PatraS , Modon und Koron aufs Neue einzuschließen.Scheinbar trat jetzt Omer Driones mit den Griechen in Unterhandlungen, brach sieaber im Jahr 1825 ab, und erhielt tasPaschalikSalonichi.
Der unglückliche Ausgang des Feldzugs 1824 zu Wasser und zu Lande ent-zündete in Konstantinopel abermals den Haß und die Wuth der Factionen. HusseinAga, Befehlshaber der Truppen des Boeporos, der Zaniischaren-Aga, der Muftiund Dschanib Effendi (ein Mann von sitz Jahren, der starrsinnigste Anhängerder alten vltomanischen Politik) verbanden sich zum Sturze des Großvesiers.Dieser Verein wollte keine Art von Dazwischenkunft der christlichen Mächte in deninnern Angelegenheiten der Pforte zulassen und federte laut, daß, ehe die Pfortedie beiden Fürstenlhümer räumte, Rußland die Festungen in Asien zurückgebensolle. Der Großherr sah sich genöthigt, den allgemein geachteten, obwol nichtkräftig genug handelnden Großvesier Ghaltb Pascha am 14. Sept. zu entlasten;der Nachfolger desselben, Mehemed Selim, Pascha von Siltstria, war ein Ge-schöpf des Dschanib Ess ndi. Um diese Zeit hatte der franz. Botschafter, GeneralGuilleminot, den 21. Sept. seine erste feierliche Audienz beim Gioßsulran; dochnahm er erst später Antheil an den diplomatische» Verhandlungen. Denn im Febr.des I. 1826 ging er mit Urlaub nach Paris zurück, wo seine Gegenwart bei derEntscheidung des Processes Ouvrard's nöthig war. Bisher hatte der engl. Gesandtedie Räumung der Fürstenthümer betrieben; allein, mir Versprechungen beständighingehalten, vn'lstß er endlich am 18. Oct. 1824 Konstantinopel , nachdem er nochkurz vorher den Abschluß eines Vertrags zwischen der Pforte und dem König vonSardinien und einige Bewilligungen für den Handel bewirkt harte. Er ging imfolgenden Jahre als britischer Gesandter nach Petersburg . Die Pforte selbst fühltedie Folgen des bisherigen Krieges immer empfindlicher. Sie verlor die Einkünfteder im Aufstande begriffenen Länder. Die Abgaben, welche der PcloponneS alleinbezahlte, beließen sich jährl. az»f mehr als 35 Mill. türk. Piaster. Der Großvesierbeschloß daher, der Moldau und Walachei eine außerordentliche Steuer von 13Mill. Piaster, als Kosten für die Besetzung derselben seit l 821, arrfzulegen. Diemeisten Bojaren entzogen sich ihr durch die Flucht. Vergebens stellten die Hospo-dare die unglückliche Lage der Länder vor, weiche nicht einmal die gewöhnlichenSteuern bezahlen konnten. Die türk. Befehlshaber nahmen Alles weg , was siein öffentlichen Cassen und in dem Privalbcsitze der Reichen un Geld und Kostbar-keiten fanden. Darauf zogen in der That einige türkische Truppeneorps ab, und