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Die Torfwirthschaft im Fichtelgebirge / von Heinrich Christoph Moser
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Torstand von 100 Cubikfuß Inhalt hatte daher in diesemnassen Jahre nicht mehr als so rslo Cubikfuße nutzbarenTorf ausgegeben, und der Verlust durch das Zerbröckelnund Eintrocknen des Torfs 69 y/10 Procent betragen.Dieser bedeutende Abgang gehört jedoch unter die selte-nen Fälle, und wurde durch ausserordentliche Naturer-eignisse veranlaßt, worauf in der Regel nicht gerechnetwerden kann.

Bei den zur Taxation eines Torfiandes aufgestell-ten Prinzipien ist der Verlust beim Torfstechen, welchertheils durch die Ungeschicklichkeit der Arbeiter, theils durchandere zufällige Umstände entsteht, im Durchschnitt zui/3tel oder 12 Procent der ganzen Masse in Anschlag ge-bracht worden. Da aber dieser Verlust blos in dem Ab-gang derjenigen Torfmasse besteht, welche während demStich in kleine Stücke zerfallt, und in den Torfgrabenhineingeworfen wird; so kann diese zum Stich nicht hin-länglich zusammenhangende Lorfmasse füglich zu Streich-oder Preßtorf angewendet, und auf diese Weise zugute gemacht werden. Hierunter versteht man allenkünstlich präparkrten Torf, welche aus der zum Stichnicht hinlänglich zusammenhangenden Torfmasse wie dieLohekuchen in Formen getreten und getrocknet werden.Dieser Torf ist unter allen der beste, aber auch in Ab-sicht der Arbeitslöhne der theuerste. Nach Erfahrungendes Bergrath Ei seien sollen ivoo Stücke Preßtorf inder Feuerung dieselbe Wirkung leisten, als rsoo Stückevom ordinären Stichtorf, aus ein und demselben Torf-lager genommen. Hiernach lohnt es bei einer wirthschaft-lichen Benutzung der Torfmoore allerdings der Mühe,daß diejenige Lorfmasse, welche wahrend der Bearbei-