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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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§. 5 -

Jenes dem Auge so wohlthuende Grün trägtder Farbekünstler auf den farblosen Stoff, wo»mit sieb die jugendliche Schöne bekleidet, jenesbunte Farbengemisch der Kinder FlorenS zaubertder Kattundrucker auf das feine farbelose Gewebe,und das ätherische Blau des unbewölkten Hirn«melS schimmert uns von, glänzenden Taffet ent«gegen. Das brennende Hochgelb der stolzen Feuer«ltlie, das sanfte Noth der jungen Rose, dasmilde Blau des bescheidenen Veilchens entfliehtuns nicht mit dem eilenden Herbste; auch unab«hängig von der wechselnden Zeit des Jahres schriencn uns diese Farben von wollenen, seidenen undleinenen Zeuchen entgegen, und wecken froheErinnerungen.

tz. 6.

Gesetzt auch der Zweck der Färbekunst wäreeinzig und allein nur auf die Hervorbringungfarbiger Erscheinungen in farbclosen Stoffen be«schränkt, so würde sie doch schon deshalb groß»Aufmerksamkeit verdienen. Die Wirkungen welchedie Farben auf das Gemüth hervsrbringen sindso bekannt, daß es überflüssig seyn würde, hier«über nur noch etwas zu erörtern. Jeder den«keiibe Leser wird selbst leicht psychologische Beiner«kungen anstellen können. Aber die Vortheilewelche kultivirte Nationen aus den Beschäftig»»»gen der Färbekunst ziehen, sind ebenfalls sehrbedeutend, unh in finanzieller Hinsicht verdienetdaher diese Kunst alle Aufmerksamkeit, weil dieHervorbringung schöner vnd solider Farben, die