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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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Linse auffangt, so erscheint eS länglich und schmal.Oll, und die Farbe» sind viel deutlicher als sieohne die Linse seyn würden. Hätte man wederdie Linse noch das Prisma angewendet, so würrden die Strahlen auf der Wand einen weisenKreis bilden (§. ry); hätte man nun die Linseangewendet ohne das Prisma, so würden dieStrahlen nur convergirend werden (§. 42.), undwürden also einen kleiner» Kreis bilden, der mitdem vorigen einerlei Mittelpunkt hätte. Nimmtman aber das Prisma hinzu, so werden dieconvergircndcn Strahlen, die aus der Linse her-ausgetreten sind, auf verschiedene Art gebrochen,und die Strahlen von verschiedener Brechbarkeitwerden voneinander abgesondert, so daß jede Artvon Strahlen in einen kleinern Kreis vereinigtist; daher erscheinen nun die Farben lebhafterund reiner, als die Farben der einzelnen Strei-fen in dem Farbenbilde §. 44., weil sie nichtso in einander fließen.

§. 5l.

Wenn man in einem verfinsterten Zimmerdie durch das Prisma gegangenen gefärbtenStrahlen alle durch ein convexes Linsenglas wie-der auffangt, und sie dadurch vereiniget, so gebensie im Brennpunkte wieder das weiße, helle undkreisrunde Svnuenbild, welches man mit einemPapier auffangen kann. Hält man aber daSPapier in weiterer Entfernung hinter dem Brenn-punkte, so erscheint das gefärbte Bild wieder,woran aber die Farben in umgekehrter Ordnungerscheinen, weil die Strahlen sich durchkreuzthaben.