Geschichte der ältesten Zeit.
§. 73.
Der Ursprung der Färberei lässt sich nichtwohl ausmikkeln, da sich derselbe bis in die frü«heften Zeiten verliert. Den erften Keim zur Er«findung legte wahrscheinlich die menschliche Eitel«kett, die Begierde zu gefallen, und der Hangsich vor andern auszuzeichnen. Der Saft einerzerquetschten Deere, das Blut der Thiere brachtten den Keim zur Reife, und gaben auch wohldie erften Materialien ab, womit der erfte Er«finder seine Fellenkleider verschönerte. Indessenbemerkte man bald daß diese Schönheit von kettner Dauer sey, und so warb man genörhigetdurch frische Zubereitungen die verblichenen Far«ben wiederherzustellen, und diese Beschäftigungmußte leicht auf neue Versuche und erweiterteErfahrungen führen.
§- 74-
Jetzt hatte man auch die Kunst die Wollevon den Thierfcllen abzusondern, daraus Faden,aus diesen Zeuge, und hieraus Kleider zu ver«fertigen erfunden, und mir ihr einen neuen An«trieb zur Verbesserung der Färbekunst. — Daauch das menschliche Geschlecht sich erweiterte,neue Bedürfnisse eintraten, besondere Ständeund Würden errichtet wurden, nach denen sichdie Menschen zu unterscheiden suchten, so fandman hier ein schickliches Mittel in den Farben.So bestimmte man schon in ben ältesten Zeitenbesondere Farben für Heerführer, Priester, be«sondere Farben als Kennzeichen oder Symboletrauriger oder fröhlicher Begebenheiten für Lei«