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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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§. 84 -

Die Kriechen und die Saracenen blieeden lange Zeit im Alleinbesitz dieser Kunst undversahen den Occidcnr nur gefärbten Zeugen,vorzüglich mir Purpur, dann mit Scharlach, derendlich den Purpur so vorgezogen wurde, daßdie Kunst Purpur zu färben «ni Orient auchganz in Vergessenheit gericlh.

§- 85 -

Bet Geleaenheit der Krcutzzüge in deneilften und folgenden Jahrhunderten fingen dieKünste im Occident wieder an aufzuleben, weildie christlichen Fürsten die den Kreuhzügen bei«wohnten viele griechische Künstler mit in ihreLänder zurückbrachten, indessen hatte die Färbe«rei noch wenig zugenommen. Doch fingen baldnachher die Italiener, und vorzüglich die Ve«netianer au sich in dieser Kunst hervorzuthun.Denn da die Krcutzarmecn meist auf italienischenSchiffet! nach dem gelobten Lande gebracht, undvon dorther wieder zurückgeführt wurden, so hat«ten die Italiener die beste Gelegenheit, entwederselbst die schöne Färberei in Griechenland kennenzu lernen, oder geschickte Färber von daher mitzurückzunehmen, die sie sehr nothwendig zu ihrendamahls schon angewachsenen Manufakturen brauch«ten. Auch findet man hin und wieder schonSpuren von neuen wenigsteiie vorher nicht ge-nannten Farbenmakerialten, z. B. der Körnervon Brasilien , und des Indigo, doch war letzte«res Farüematerial schwerlich dasjenige, welcheswir heutiges Tages so nennen. Auch war dasBrasilicnholz bekannt.