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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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69
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Waid. Hier herrscht überhaupt noch viel Dun»kelheit.

Geschichte der mittlern Zeit.

§- 82.

Wenn die Geschichte der ältesten Zeit nichtsals einzelne unvollständige Notizen darbietet, soist die Geschichte der Färbekunst der mittlernZeit, der ihrem Zustand im Occident von fünftenJahrhundert an umfasst, noch magerer und ver<worrener, welches auch nicht zu verwundern ist,da die Geschichte jener Zeit uns über anderegrößere Sachen in Ungewißheit lässt. Nur soviel wissen wir davon, daß bei der allgemeinenFlucht fast aller Wissenschaften und Künste au«dem Occident vor den immer häufiger eindrin»genden Schwärmen barbarischer und kriegerischerNationen, auch die Färbekunst sich mit befand.

§. 83 -

Es ist indessen nicht zu läugnen, baß nochhie und da sich Spuren von Färberei findendie in italienischen Klöstern getrieben worden sind.Indessen war dieses alles nur schlecht, braunoder schwarz, auf Leinewand oder auf Felle.Kurz die schöne künstliche Färberei war nach demfünften Jahrhundert nicht mehr im Occidentzu finden, sondern erhielt sich nur im Orient.Und auch da dachte man nicht viel auf neueErfindungen und Verbesserungen dieser Kunst,sondern begnügte sich mit den schon im Gebrauchgewesenen Farben.