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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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80
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Färben der Seide eine ganz eigene Behandlungerforderte, so entstand eine ganz neue Gattungvon Färbern, dir Seidenfärb er, deren schonjm sechszehnlen Jahrhundert in den Reichsge«setzen Meldung gethan wird.

§ 104.

Endlich kamen aus den neuentdeckten Län«der» vo'her unbekannte, oder doch noch selteneund kostbare Farbewaaren in großer Menge nachEurova, die sich gleich die holländischen, engli«schen und französischen Färber zu Nutzen mach«lcn. Durch diese Waaren wurden sie in denStand gesetzt weit schönere Waaren mit gerinrgern Kosten zu verfertigen, als man mit denbisher bekannten Farbewaaren im Stande gewe«sen war. Und da man nun in Deutschland dieseneuen Farbewaaren nicht so zeitig erhielt, undalso auch die Art ihrer Behandlung nicht kannte,so zogen sich die niederländischen und französische»Färber häufig dahin, und vereinigten sich mitden innlandischen Tuchfärbern und WeidfsrbcrnUnter den Namen Kun st - Weid« und Schön«farber. So legre z. B. in der Mitte des16- Jahrhunderts ein Niederländer Joh. Nie.Schmidt die erste Schönfärberei zu Gehra an.

§. lvZ .

Jetzt zeigte sich aber auch nun der Neidund die Mißgunst der Schwarzfärber, die schonlängst die Waidfärber immer angefeindet halten.Sie verfolgten nicht nur die neuen Ankömmlinge,sondern suchten auch in den Augen der Fürsten die neuen Farbematerialien höchst verdächtig zumachen. erließ daher nicht nur der Chur-fürst