Wärmeleitung.
§. 208-
Der freie Wärmestoff durchdringt sowohlfeste als tropfbarflüssige und gasförmige Körper,wir legen daher allen Körpern ein Vermögenbei den Wärmestoff zu leiten, oder betrachten sieals Leiter der Wärme. Feste Körper leitenden Wärmcstoff nach allen Richtungen, aufwärts,niederwärts und seitwärts; allein eü findet zwirschen der Schnelligkeit, mit der fie ihn leiten,eine große Verschiedenheit statt. Man überziehez. B. zwei gleich lange und gleich dicke Stäbe,den einen von Glas, den andern von Eisen, andem einen Ende mit Wachs, und sehe die an»dern ntcbt überzogenen Enden dem Feuer aus.Das an dem eisernen Stäbe befindliche Wachswird bald schmelzen, während das an dem glä»fernen Stäbe sich erst sehr spät erweichen wird.Dieses zeigt an. Laß das Eisen den Wärmestoffweit rascher als das Glas leitet. So kann manferner ein brennendes Stück Siegellack noch wernig Linien von dem brennenden Ende entferntanfassen, ohne die Haut zu beschädigen, und eineglühende GlaSröhre kann man noch in einer klei»nen Entfernung von der glühenden Stelle in derHand halten, welches bei einem metallenen Stäbenicht der Fall seyn wurde. Wir sehen demnachdie Verschiedenheit, welche bei den verschiedenenKörpern Statt findet, die Wärme hindurch zulassen, und wir schreiben nun demjenigen Kör«per eine größere Wärmeleitende Kraft zu, alseinem andern, der die Wärme schneller durchsich hindurch läßt, und theilen in dieser Hinsichtdie Körper in gute und in schlechte Wärme»