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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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186
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§. -Y5.

Aber auch dieses Kali ist noch nicht ganzrein, gewöhnlich enthält eS noch einige fremdeSalze in geringer Menge, und oft auch einekleine Menge Kieselerde. Aber hiervon abqe«sehen, so enthält es noch, wie auch die gereinigtePorasche, eine Säure, nähmlich Kohlenstoff«säure; denn während dem Verbrennen desWeinsteins bildet sich diese Säure aus dem Koh«lenstoff und dem Sauerstoff der Weinsteinsäure,und tritt an das Kali, und obgleich ein ziem«lieber Theil dieser Kvhlenstoffsäure durch dieHitze wieder ausgekricbcn wird, so bleibt dennochauch eine bedeutende Menge bei dem Kali zurück.Daher braust auch dieses Kali auf, wenn Säu«ren darauf gegossen werden. Die Kohlenstoff»säure welche mit dem Kali in Verbindung bleibt,raubt ihm einen Theil seiner Schärfe, undwackk es milder,^»dahcr wird es auch in diesemZustande mildes Kali genannt.

§. 296.

Wird nun dem milden Kalt die Kohlenstoff«säure völlig entzogen, so verliehet es die Eigen«schaff mit den Säuren aufzubrausen, und seineSchärfe nimmt so sehr zu, daß es schnell dasZellgewebe der Haut zerstöhrt. Wolle und anderethierische Stoffe auflöst, sich leicht mit Oelenund Harzen verbindet, und sie in Seifen ver»wandelt, und auch Schwefel, Thonerde und Kie«selerde auflöst. In diesem Zustande nennt manes reines oder atzendes Kali, Aehkali,so wie seine Auflösung im Wasser ätzendeLauge, Actzkalilauge, oder auch wohl Set«