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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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Wie sie zu prüfen, wird in der FarbematertaliemWaarcnkunde gelehrt werden.

§- 29Z.

Reiner kann man aus einer Potasche dasKali gewinnen, wenn man sie zerstößt, mit ihremgleichen Gewichte kalten Wasser übergießt, allesgut umrührt, und 48 Stunden lang stehen läßt.Seiht man nun die helle Flüssigkeit von demUnaufgclösten ab, unh kocht sie in einem eisernenKassel zur Trockne ein, so bleibt schon ein rcirneres Kali zurück, das man gewöhnlich geretrnigte Potasche nennt.

§. 294.

Noch reiner aber kann man das Kali ausdem Weinstein erkalten. Der Weinstein istein natürliches Pflanzensaiz, das sich bei derWährung aus dem Moste niederschlägt; es be<steht aus Kali und einer besondern Säure, derWeinsteinsäure, die im Feuer zcrstöhrbar ist.Man füllt einen Schmelztiegel mit Weinsteinan, und seht ihn so lange zwischen glühende Kvh»len bis kein Dampf und Flamme mehr aufsteigt,und der Weinstein ganz in eine kohlige Masseverwandelt ist. Dann laugt man diese mit Wasseraus, feiht die Auflösung durch und kocht sie ineinem reinen eisernen Kessel zur Trockne ein.Es bleibt das Kali als ein weißes trocknes Puls .ver tm Kessel zurück, das man in wohlverstopf«ten Gefäßen aufheben muß, weil es Feuchtigkeitaus der Luft anzieht und zerfließt. Man nenntdieses aus dem Weinstein geschiedene Kalt oftganz unrichtiger Weise Weinsicinsaiz ( 5 nliuitmu).