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§- 497 -
Wir unterscheiden gewöhnlich Flu ßwa sfer,Quellwasser, Regcnwasser und Thau»wa ssee. Die beide» ersten enthalten viele sal»zichte und erdige Theile aufgelöst, die sie ausder Erde aufgenommen haben, woraus sie her»vorquellen, auch enthalten erstere wohl Schleim,Extraktivstoff und andere Dinge die sie aus vr»gantschrn Substanzen in sich genommen haben.Sie können also niemahls als reines Wasserangesehen werden. Man unterscheidet von denangeführten natürlichen Wässern auch noch dasMeerwasser, und die Salzsoolen, so wiedie mannichfaltigen Heilquellen oder Mine«ralwässcr, die aber keinen Gegenstand derFärbekunst ausmachen.
§. 498 -
Man pflegt die Quellwasscr gewöhnlich inharte und in weiche einzutheilen; unter denerster» versteht man solche die viel Gips (schwe«fclsauren Kalk) oder auch kohlenstoffsauren Kalkenthalte», und in welchen die Hülscnfrüchtc nichtgut weich kochen. Dadurch daß man diese Was»ser stark einkocht, dann erkalten läßt, kann mansie verbessern, weil sich bei dem Einkochen derGips zum Theil und der kohlenstoffsaure Kalkvöllig absondert. Man läßt dann das Wasserdurch ruhiges Stehen helle werden, und ziehtes vom Bodensätze ab. Andere Mittel harteWässer zu verbessern werden wir in der Folgekennen lernen. Die harten Wasser sind zur Far»berei nicht gut zu gebrauche».
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