Handel vorkommenden weißen Arseniks anbetrifft,so wird solches näher in der Farbenwaarenkundeerörtert werden. Er ist eine eben so giftigeSubstanz als die Arseniksa'ure selbst, und seineAnwendung erfordert daher ebenfalls große Vor«ficht. UebrigcnS ist der weiße Arsenik schonlängst in der Färberei und Druckerei bekannt,und mir Nutzen angewandt worden, wiewohlfeine Anwendung bei weitem noch nicht ausführtlich genug untersucht worden ist.
§. 578 -
Der weiße Arsenik besitzt keinen eigentlichsauren, sondern einen anfangs süßlichten, hernachaber brennenden metallischen Geschmack, er er-fordert zur Auflösung 80 Theile kaltes Wasser,vom siedenden aber nur 15 Theile. Mit denAlkalien verbindet er sich leicht, und gibt mitdem Kali, dem Natrum und dem Ammo-niak sehr auflösliche Salze. Man kann diesesehr leicht erhalten, wenn man in einem porzelrlainenen Geschirr die heiße alkalische Auflösungmit so viel gcpülverten weißen Arsenik versetzt,bis sie neutral ist. Don den arsenigtsaurenSalzen mit erdiger Basis, so wie vondenen mit metallischer Basis läßt sich fürdie Färbekunst und Druckerei nicht viel. erwar-ten, da diese Verbindungen größtentheils imWasser unauflöslich sind. Die auflösltcken arse-nigtsauren alkalischen Salze sind indessen schonvon Macquers mit sehr guten Erfolg versucht,und seitdem immer mit Nutzen angewandt wor-den, und auch Geitner hat in neuern Zeitensie mit Vortheil gebraucht.