Buch 
1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
Entstehung
Seite
359
JPEG-Download
 

359

z Pfund trockncS weißes Kochsalz und bringtes in eine geräumige gläserne Retorte, und über»gießt es mit einer Mischung aus 4 Pfund k on«zentrirtcr Schwefelsäure und 4 PfundWasser, die aber wieder ganz erkaltet seynmuß. Man legt dann die Retorte in ein Sand»bad, lukirt einen recht geräumigen Kolben an,verwahrt die Fugen mit einem fetten Kürt, undgibt dann gelindes Feuer, das man, so wie dieFlüssigkeit in der Retorte, abnimmt, allmähligverstärkt. Geht bet sehr starkem Feuer gar nicht-Flüchtiges mehr über, und ist der Rückstand inder Retorte völlig trocken, so beendiget man dieDestillation. Man findet jetzt in der Vorlageeine reine starke Salzsäure von 1,140 spccif.Gewicht, die an der Luft weißgraue Dämpfeverbreitet. In der Retorte bleibt schwefeltsaures Narrum (Glaubersalz) zurück,welches man im /Wasser auflöst und kristallisiernläßt. Da sich bei der Destillation dieser Saureelastische Dämpfe entwickeln, welche leicht dieVorlage zersprengen, so muß man eine Vorlageanlutiren die im Bauche eine kleine Oeffnunghat, in welche man eine zweischenklichte Glas«röhre kürtet, deren einer Schenkel in ein Gläs»chen mit Wasser hinabreichl, wodurch den Däm«pfen Ausgang verschafft wird. Die Vorrichtungist "I'-tb. II. klZ. 4. abgebildet.

§- 679.

Die reine Salzsäure zeichnet sich durch ihreneigenthümlichen Geruch aus, sie ist farbenlo«oder nur wenig gefärbt, läßt sich leicht verflüch«tigen, und bildet mit den Alkalien, Erden undMetallen ganz eigenthümliche Salze. Wenn