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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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seinen Sauerstoff an den andern abgetreten hat,ist nun wieder in den Zustand eines gewöhn»lichen salzsauren .Salzes zurückgekehrt.Diese überoxidirtsalzsauren Salz» dielenäußerst merkwürdige Erscheinungen dar, die tnden neuern Zeiten genauer untersucht wordensind.

§. 692.

Von diesen überoxidtrtsaizsauern Salzenmacht man aber weder in der Bleichkunst nochFärbekunst Gebrauch, wohl aber dienen dazu dieflüssigen Verbindungen der oxidirten Salzsäuremir Alkalien, die man als oxidirte Salze be«trachten kann. Man bereitet sie leicht, indemman das oxidirlsalzsaure Gae in die Auflösungenvon Alkalien treten läßt. Um z. D. die oxi»dirtsalzsaure Kaliauflösung zu bereiten,so nimmt man das oben angegebene Gemengevon Kochsalz, Schwefelsäure und Manaan (§ 688)und bringt in das mit Wasser gefüllte Faß eineAuflösung von 2 Pfund gereinigter Pot>asche, und läßt nun das oxidirle salzsaure Gashineinströmen. Zu der oxidirtsalzsauernNarrumauflösunq löset man tn dem Wasser4 Pfund mildes Natrum auf. Zur ox»dirtsalzsauern Kalkauflösung vermischtman das Wasser im Faß mit Pfund Kalk,die vorher mir Wasser zu einer Kalkmilch abge»löscht sind. Diese Auflösungen wenden in derchemischen Bleiche mit Nutzen angewendet, undgewähren den Vortheil, daß dem Arbeiter nichtdie Dämpfe der opitirten Salzsäure lästig fallen,da sie von den Alkalien sogleich gebunden werden.