Buch 
1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
Entstehung
Seite
402
JPEG-Download
 

4vs

Man hat die Galle sonst für eine Art vonnatürlicher Seife gehalten, neuere Untersuchungenaber haben gezeigt daß es eine sehr zusammen»gesetzte Substanz ist die aus vielen Wasser, einemOel, Eiweißstoff, verschiedenen Salzen und einemeigenthümlichen thierischen Stoff den man Bit»terh onig genannt hak zusammengesetzt ist. In»dessen besitzt die Galle, vorzüglich die Rinder»gallc die Fähigkeit wollene, seidene, und baunuwollene Zeuge zu reinigen, und wie eine Seifezu wirken, und wird auch als solche oft mitNutzen angewandt.

Harn.

§. 756 .

Der Harn oder Urin ist eine thierischeFeuchtigkeit welche mit vielen salzichten Theilenversehen ist, und sich in der Urinblase ansam»melt. Der Harn der verschiedenen Thiere hatnicht immer einerlei Beschaffenheit, sondern weichtsehr von einander ab. Indessen kömmt in demHarn ein Bestandtheil vor, der sich in jedemHarn findet, und dieser ist der Harnstoff, oderdie Harnmaterie, eine Substanz die vorzüg»ltch aus viel Stickstoff, Kohlenstoff und Wasser»stoff zusammengesetzt ist. Diese Substanz zersetztsich leicht, und verwandelt sich in kohlensauresAmmoniak, das in dem faulenden Harn schondurch seinen Geruch sich ankündiget. DiesesAmmoniak bildet mir den übrigen fettigen The!»len des Harns eine Art von Seife, und daherbedienet man sich schon längst des gefaulrenmenschlichen Harns als Reinigungsmi tte l der