42 Drittes Capitel.galkraͤfte(§. 15). Daher muß in jeder Saͤule, die Menge derMaterien, welche das Gleichgewicht wieder herſtellen ſoll, in ebendem Verhaͤltniſſe ſeyn oder die Verlaͤngerung der Roͤhren mußühren Laͤngen proportional ſeyn, das iſt EG: CE=EH:DFund durch Verwechſelung der Glieder EG: EH=CE:DF.
Dies iſt eine Eigenſchaft der Ellipſe; daher iſt klar, daß die
Figur der Erde ellipſoidiſch ſeyn muß.
Bisher haben wir die Erde fuͤr gleichartig oder durch unddurch gleich dicht gehalten; aber wenn eine groͤſſere Ellipſe imGleichgewicht ſeyn kann, ſo kann es eine kleinere ebenfals ſeyn;
daher bleibet auch die Schichte, welche den Unterſcheid zwiſchen
beyden ausmacht, im Gleichgewicht. Daher ſcheinet es, daßdergleichen elliptiſche Schichten, die im Gleichgewicht ſind, unglei-che Dichtigkeiten haben koͤnnen, und daß die Erde aus vielen ellipti-ſchen Schichten von ungleicher Dichtigkeit zuſammengeſetzt ſeynkoͤnne.“
Ob nun die innere Beſchaffenheit der Erde gleichartig iſt,
oder in verſchiedenen Schichten ungleich dicht, ſolches iſt noch
nicht unterſucht. Wenn man aus dem aͤuſſern Anſehen ſchlieſſenwill, ſo wird man durch die vielfaͤltige Ungleichheit, die ſich unsdarſtellet, ganz irre. Aber es iſt nicht erlaubt hieraus die innereBeſchaffenheit der Erde zu beurtheilen, denn unſre Unterſuchun-gen reichen nicht tief. Die Naturforſcher haben vielfaͤltige Lagen
und Betten entdeckt, die nahe an der Erdoberflaͤche liegen, wo-von jede aus beſonderer Materie beſtehet. Sollte auch ſolches
nicht in dem innerſten der Erde ſtat haben koͤnnen? Sollten ſichdie Betten nicht weiter daſelbſt erſtrecken muͤſſen? Sollte ſich dieErde naͤher nach dem Mittelpunct zu nicht natuͤrlicher Weiſe or-
dentlicher geſetzt haben? Alles dieſes muͤſſen wir der Nachwelt
zu erforſchen uͤberlaſſen. Eine einzige Muthmaſſung duͤrfen wir
nicht fuͤrbey gehen: Wenn man naͤmlich die Materie der Erde
wenigſtens im Anfange weich annimmt, ſo iſt es natuͤrlich, daß— t die