Von der wahren Figur der Erde. 43die Schwere dieſelbe an ſolchen Orten mehr zuſammen zu druͤckenvermag, wo ſie am ſtaͤrkſten wuͤrket. Aber die Schwere iſt amſtaͤrkſten oder am groͤſten an der Oberflaͤche einer Sphaͤroide(Newton. Princ. Ph. N. Pr. 91⁷), daher hat es geſchehen koͤn-nen, daß die Erde an der Oberflaͤche am dichteſten geworden, unddaß ihre Schichten naͤher am Mittelpuncte aus Materien von ge-ringerer Dichtigkeit beſtehen. Man wird aus verſchiedenen Un-
gleichheiten bey den Pendulverſuchen darin beſtaͤrkt, daß dieſer
Grundſatz ſtat findet, wenn man ſie nach den allgemeinen Gedan-
kken von der durchgaͤngigen Gleichartigkeit und Dichtigkeit der
Erde vergleichet.
Die vielen Beweiſe von der Allgemeinheit des Geſetzes derSchwere laſſen uns nicht an der Herrſchaft deſſelben über dieganze Erdkugel zweifeln. Dieſe beſtimmet dieſe ſphaͤriſche Figur
der Erde, wenn ſie ſich nicht um eine Axe drehet und die Ellipſoi-
diſche, wenn eine ſolche Umdrehung ſtat ſindet. Was wird nunder Schluß ſeyn, da die Meſſungen uns lehren, daß die Erde andem Aequator erhoͤhet iſt? Iſt es nicht der Umlauf der Erde, wel-cher verurſacht, daß der Durchmeſſer des Aequators groͤſſer iſt alsdie Are? Aber dann muß die Erde eine Ellipſoide ſeyn, wennihre Theile ihr Gleichgewicht behalten ſollen; dies iſt alſodie wahre Figur der Erde. Eine ſolche Figur, wie wir ſienun der Erde beylegen muͤſſen, ſinden wir auch beſonders an dem
Planeten Jupiter, der ſich nach aſtronomiſchen Unterſuchungen in
einer Zeit von etwa 9 Stunden um ſeine Axe drehet. Jupitersgeſchwinder Umlauf iſt ohne Zweifel die Urſache, daß er weitmehr abgeplattet iſt als die Erde. Hierin haben wir auch auſſer-halb der Erde einen Beweis, wodurch die gegenſeitige Wuͤrkungder Schwere und Centrifugalkraft gegen einander bekraͤftiget wird.Die Sonne ſelbſt zeiget uns ihre Umdrehung um die Axe, wir
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