Band 
II.ter Theil.
Seite
182
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188 Scechstes Capitel.

Winkel der Spitze des Halbſchattenkegels iſt gleich der Summe

des ſcheinbaren Durchmeſſers der Sonne in a, und des ſcheinbaa⸗-ren Durchmeſſers der Erde oder des Mondes in A, woraus denauf gleiche Art EI gefunden wird. Die Winkel SeA undTAa ſelbſt muͤſſen aus Beobachtungen bergeleitet werden, undda der Abſtand der Sonne ſehr groß iſt, ſo ſindet man keinen Un-terſcheid, man mag ihn im Mittelpuncte der Erde I oder auf derErdoberflaͤche bey a beobachten. Aber der Winkel TAa mußvon andern Winkeln hergeleitet werden und ſeine Beſtimmung

g

gehoͤret zur Kaͤnntniß der Sonnenparallaxe.

Aus dem vorhergehenden erhellet, wie der Mond die Er-

de verfinſtert oder dem Beobachter die Sonne bedecket, wenn erin ſeinem Wege zwiſchen der Erde und Sonne gehet, imgleichenwie die Erde den Mond verfinſtert. Da aber der Mond vielmahkleiner iſt als die Erde, und ſein Abſtand von der Erde nichtkleiner, als daß ſein coniſcher Schatten die Erde nicht weit vonder Spitze des Schattenkegels erreichet, ſo kann der Mond nichtmehr als einen kleinen Theil der Erde verſinſtern; ſo ſtellet MKden Durchmeſſer des runden Flecken auf der Erdoberflaͤche, vorwelcher verfinſtert iſt, oder wo man eine Totale Bedeckung derSonne und ſogenannte Finſterniß ſiehet. Gleichergeſtalt ſtelletFG den Durchmeſſer von der Gegend der Erde vor, wo die Son-nenfinſterniß partial iſt, aber von ungleicher Groͤſſe. Es iſt al-

ſo deutlich, daß mam an ungleichen Orten auf der Erde ungleich

groſſe Sonnenfinſterniſſe zu gleicher Zeit ſehen koͤnne. Wenn

aͤmlich der Mond zwiſchen der Erde und Sonne fortgehet, ſe

ruͤcket auch der Mond Schatten⸗ und Halbſchattenkegel uͤber dieErdoberflaͤche weg, und auf der Strecke, wo beyde uͤbergehen,ſiehet man die Sonnenfinſterniß. Sie faͤnget an jedem Ortean, wenn der Halbſchatten den Ort beruͤhret, und nimmt zu, jemehr ſich der volle Schatten naͤhert, welches bey dem kleinſtenAbſtand des Mondes von der Erde und dem größten von der

1. Sonne