Band 
II.ter Theil.
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Vom Calender oder der Zeitrechnung. ag1

ſcheinbaren Zeit; aber es iſt zum allgemeinen Behuf nicht hin-

reichend Tage und deren Theile zu zaͤhlen, man hat groͤſſere Maaſ-ſen annehmen muͤſſen als, Wochen, Monathe und Jahre. DerGebrauch der Wochen iſt von dem erſten Menſchen hergekommen,der von ſeinem Schoͤpfer gelernet hatte, den ſiebenten Tag zu hei-ligen; aber die Heiden haben die Einrichtung derſelben von denPerioden des Mondes hergeleitet; denn die Mondgeſtalten kom-men in einer Zeit von 29 Tagen 12 St. 44/ 03“ wieder, und die-

ſe aberglaͤubiſche Menſchen feyerten ihre Feſte bey Neu⸗ und Voll-

Monden und wenn er halb war; daher verliefen zwiſchen den Feie-ertagen ungefaͤhr ſieben Tage und daraus machten ſie die Wochen.Hiezu hat auch das beygetragen, daß ſie dieſe ſynodiſche Mond-periode nicht ſo genau kannten oder berechneten, oder ſie fandenes auch zu. Befoͤrderung der Ordnung am bequemſten, den ſie-

benten Tag zu heiligen. Die Woche iſt alſo eine Zeit von ſiebenTagen; aber der Monath oder Lunation, der ſeinen Nahmen vom

Monde hat, iſt eigentlich der ſynodiſchen Mondperiode gleich. Die-ſe muß doch zum allgemeinen Gebrauch in ganzen Tagen gerech-

neet werden, daher muſte man den erſten Monath zu 29 Tage rech-

nen, den zweeten zu 30 Tagen u. ſ. w. umſchichtig bis 32 Monathe

verlaufen waren; dann muſte man den zzſten von 30 Tagen ma-

chen und ſodann aufs neue anfangen. Solche Monathe, dieumſchichtig 29 und 30 Tage haben, ſind auch noch bey verſchiede-nen Voͤlkern im Gebrauch. Das Jahr bedeutet den Umlauf

der Erde um die Sonne oder den ſcheinbaren Umlauf der Sonne,

und iſt aus Monathen zuſammengeſetzt, wovon unten weiter ge-

handelt werden ſoll.“Die Nahmen der Tage in jeder Woche ſind von dem aber-

glaͤubiſchen Gedanken hergeleitet, daß jeder Planet ſeine eigeneTagesſtunde zu regieren habe. Die Alten nahmen den Mond,

der der Erde am naͤchſten iſt, und ſodann Mercur, Venus, dieWeltbeſchr. II. Theil. Nn Son-