und 1440 brach der erſte Buͤrgerkrieg unter den Eidge-noſſen aus, welcher den zweiten von 1442 zur unmittel-baren Folge hatte, Ungewitter, welche der jungen Schwei—zer⸗Republik den Untergang drohten. Die neuen Ober-herrn Toggenburgs und Uznachs, von Raron ausWallis , beſtaͤtigten nicht bloß den Buͤrgerverein und dasLandrecht ihrer Unterthanen, ſondern erließen den Ge—meinden fuͤr Loͤſungsgeld ein Feudalrecht nach dem andern,und verkauften am Ende die ganze Landſchaft. So kamUznach an die Kantone Schwiz und Glaris, und Toggen-burg im Jahr 1409 fuͤr 14,500 Gulden an den Abbt vonSt. Gallen. Fuͤr eine ſo maͤßige Summe konnte derToggenburger fuͤr ſich und alle kuͤnftigen Geſchlechter Frei-heit und Unabhaͤngigkeit erkaufen; er unterließ es, undbeging die ſchwerſte Suͤnde, welche der Menſch als Buͤr-ger begehen kann, denn Kinder, Enkel und Urenkel habenalle gleich hart dafuͤr buͤßen muͤſſen.
Das Landrecht der Toggenburger mit den KantonenSchwiz und Elaris war inzwiſchen die Grundlage derbuͤrgerlichen Freiheit, welche erſtere genoſſen, und derDamm gegen Zwangs-Willkuͤhrherrſchaft geworden. DerAbbt, als neuer Herr der Landſchaft, ſah zwar mit Wider-willen ſeine Macht beſchraͤnkt, mußte aber doch den Vor-behalt aller Freiheiten ſeiner Unterthanen beſchwoͤren.Kaum war die Verpflichtung gegenſeitig geſchehen, ſo ſannſchon der Hoheprieſter auf Untergrabung aller Rechte derThurthalſchen Bauern. Er errichtete ſogleich ein eignesLandrecht mit Glaris und Schwiz , welches demjenigen ſei-ner Unterthanen in mehrern Stuͤcken entgegen ſtand. DieAbſicht dieſes Schrittes war klar, und die Folgezeit hatſie ſehr bald bewieſen. Toggenburgs Einwohner, vongroßer Beſorgniß gedraͤngt, eilten zwar, ihren Buͤrger-
verein