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Topographie der sichtbaren Mondoberfläche. Erste Abtheilung / Wilhelm Gotthelf Lohrmann
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Beschreibung der Mondländer auf Section III.

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$. 88 .

Maraldi. *) Dieser ausgezeichnete Crater, der einen Durchmesser von 6 Meilen hat, umschliessteiuc innen sehr merkbar vertiefte Fläche, die ihrer dunkelgraucn Farbe wegen auch im Vollmonde ge-sehen werden kann, und mir völlig eben zu seyn schien. Von dem mit hohen Kuppen bedeckten Riug-gebirge desselben gehen mehrere Bergrücken ab. Der beträchtlichste unter ihnen geht südlich, und istbis zur hohen Bergkuppe bei der Kreisfläche 4- 1° Meilen lang. Etwas entfernt befindet sich östlich

neben ihm ein bedeutend kürzerer Bergarm, und bildet den einen Rand eines in Süden offnen Ruud-

gehirges. Weiterhin geht ostwärts neben Maraldi eine Bergkette von U. nach 1, die sich au zu ei Stel-len mit dem Randgebirge dieses Cratcrs vereinigt. Nördlich liegen au diesem zwei vortretende Berge.Der niedere derselben zeigt ein kleines Grübchen, und hat neben sich eine kleine Höhenreihe-, der hö-here von diesen Bergen - 43 - verbindet sich durch einen schmalen Bergrücken rnit dem Hauptgebirge,und westlich neben ihm liegt in der grossen Ebene, die als ein Theil des Mare iranquillitalis betrach-tet werden kann, die kleine aber tiefe Grube 44. Au der Grenze der grauen Fläche dieses soge-nannten Meeres befindet sich ein Bergland, dessen höchste Kuppe 43- * n 38° 15' westlicher Längo

und 19° 20' nördlicher Breite liegt, und die ihrer Helligkeit wegen leicht gesehen werden kann.

Zw ischen diesem Hochlande und der Bergreihe die vom Maraldi bis 4- geht, erkannte ich noch meh-rere Höhenzüge und zwei kleine Grübchen mit erhöheten Rändern.

§. 89.

Römer. **) Ganz von hohen Gebirgen umgeben, liegt dieser 6 Meilen im Durchmesser grossoCrater, nach meinen 9 Beobachtungen, iu 36° 8' 36" wesll. Länge und 25° 18' 36" nördl. Breite.Mit der Nordseite seines Ringgebirges ist der hohe Berg 46 > auf dessen Kuppe ich eine Vertiefungdeutlich erkannte, eng verbunden. Zwischen diesem Ringgebirge und der Bergkette 77- zieht sich einenges Thal bis an die Vertiefung 47> die hier durch ein Gebirge begrenzt ist, das mehrere Bergarmein die südlich gelegene 6° helle Ebene sendet. An der Südseite des Bamlgebirgrs, unter einer hohenKuppe desselben, liegt am äussern Abhänge noch eine graue Vertiefung mit einem flach erhöhetenRande, und weiter westlich schliesst sieh au dasselbe das grosso Kettengebirge an, das sich nebenO. Q. und R. bis zum Posidonius hiuzieht. Die innere nach Schröter (Th. II. S. 282.) 8043 Fuss

*) Jacob Philipp Maraldi ist am 21. August 1665 zu Perinaldo in der Grafschaft Nizza geboren, und hatsich als Mathematiker und Astronom einen sehr berühmten Namen erworben. Er kam 1687 nach Frank­ reich , machte zahlreiche und genaue astronomische Beobachtungen, berechnete neue Jupiterslafeln, Fix-sternverzeichnisse und Komelenbahnen, ging auf Verlangen des Papstes Clemens XI. nach Rom , um denCalerider zu verbessern, und starb am 1. December 1729 zu Paris .

f*y Olaus Römer ist zu Aarhus in Dänemark im Jahre 1644 geboren, ging 1671 mit Picard nach Paris undward liier Mitglied der Academie und Lehrer des Dauphins, fin Jahre 1681 kam er als konigl. Astronomuni Professor der Mathematik nach Kopenhagen zurück, und starb 1710 als Staalsralh. Um Mathematik,Astronomie und Mechanik erwarb sich Römer grosse Verdienste. Als einer der sorgfältigsten Beobachterentdeckte er die successive Fovlpfluuzung des Lichts, und leinte mehrere Beobachtungsmethoden und zweck-mässige Instrumente hierzu näher keimen.