den Neben-unterthanen,ſchaͤdlich ſeyn.
118 Von der Aufmerkſamk. des Regenten
falls eine beſondere Aufmerkſamkeit des Regenten.Diejenigen Privilegien, welche offenbar mit demWeſen und der Einrichtung einer Republik nicht be-ſtehen koͤnnen, muͤſſen gar nicht gehalten werden.So iſt das angebliche Privilegium der Maylaͤnderbeſchaffen, von welchem man in verſchiedenen Schrif-ten lieſet, daß ſie nach demſelben befugt ſind, einemjeden ſich naͤhernden Feinde die Thore zu oͤffnen.Diejenigen Vorzuͤge und Freyheiten aber, welche an-dern Unterthanen zur Beſchwerde und Bedruͤckunggereichen, muͤſſen, da dieſe auf die gemeinſchaftlicheGluͤckſeligkeit gleichen Anſpruch haben(§. 80), ſo vielmoͤglich, beſchnitten und unwirkſam gemacht werden.Nach dieſen Grundſaͤtzen kann die Leibeigenſchaftfaſt nicht enge genug eingeſchraͤnket werden. Sie
iſt uͤberdieß dem Staate ſelbſt ſchaͤdlich), indem ſie
die Unterthanen, die derſelben unterworfen ſind,traͤge und zu Commercien und Manufacturen unge-
ſchickt macht.
*) Daß die Leibeigenſchaft ſowohl dem Staate, alsdenen leibeigenen Bauern ſelbſt aͤußerſt nachthei-lig iſt, kann wohl keinem Zweifel unterworfen wer-den. Unterdeſſen hab ich noch vor kurzem einenvornehmen Staatsbedienten als einen eifrigenVertheidiger derſelben gefunden, der ſich ſo garuͤberredete, daß ſich die leibeigenen Bauern ſelbſtvor ſehr gluͤcklich ſchaͤtzten, und weder Freyheitnoch das Eigenthum ihrer Guͤter verlangten, weilihr Herr bey ſich ereignendem Mangel und Un-gluͤcksfaͤllen vor ſie ſorgen muͤßte. Das iſt eben,als wenn ſich ein Gefangener gluͤcklicher als andereMenſchen ſchaͤtzen wollte, weil ihm die ObrigkeitWaſſer und Brodt geben muß. Man ſollte kaumglauben, daß in unſern erleuchteten Zeiten die gu-ten Grundſaͤtze noch ſo wenig ausgebreitet waͤren.Unterdeſſen hieng eine anſehnliche Stadt und Be-zirk des platten Landes von der weiſen Vorſorgedieſes Staatsbedienten ab. Es mag doch wohlwahr ſeyn, woran ich zeither immer noch i”
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