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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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119
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auf alle Staͤnde und Unterthanen. no

fet habe, daß die Welt mit gar geringer Weis-hat regicet wird.

§. 87.

Der Monarch muß ferner ſeine Aufmerkſamkeitdahin richten, daß das Vermoͤgen und der Reich-thum des Landes von einem beſondern Stande desStaats nicht groͤßtentheils allein an ſich gezogenwerde. Dieſer Stand wuͤrde dadurch nicht alleindie andern Staͤnde und Unterthanen nach Gefallenunterdeuͤcken koͤnnen; ſondern der Mangel des Reich-thums wuͤrdeauch den uͤbrigen Unterthanen alle Mit-tel entziehen, ſich durch Commercien und Gewerbedie Vortheile und Bequemlichkeit des Lebens zu ver-ſchaffen; und die Republik ſelbſt, deren Kraͤfte aufeinem bluͤhenden Zuſtande der Commercien und Ge-werbe groͤßtentheils beruhen, wuͤrde ſich in einerelenden Beſchaffenheit befinden. Je mehr der Reich-chum des Landes nach einer gerechten Maaße ſichunter allen Staͤnden und Ordnungen des gemeinenWeſens vertheilt befindet, deſto gluͤcklicher wird einStaat ſeyn. Weder der Adel, noch die Geiſtlichkeit,noch eine andere Claſſe der Unterthanen darf alſomehr Reichthum beſitzen, als ihm nach dieſer gerech-ten Maaße zukoͤmmt. Am ſchaͤdlichſten aber iſt esvor den Staat, wenn ſich das Vermoͤgen des Lan-des groͤßtentheils in den Haͤnden der Geiſtlichkeit, be-ſorders der Ordensgeiſtlichen, befindet*), als welcheweder durch Aufwand noch durch Gewerbe zu derCirculation des Geldes etwas beytragen, und derenErdzweck und Geluͤbde es am wenigſten gemaͤß iſt.

*) Das, was ich hier ſchreibe, habe ich auch in Wienin meinen Vorleſungen gelehret; weil ich die Heu-cheley ſehr haſſe. Das waren aber freylich Lehren,wodurch ich mich bey denen Herren Jeſuiten, diezuweilen vor der Thuͤre und unter den Fenſtern

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Kein Standdarf den Reich-thum des Lan-des vorzuͤglichan ſich ziehen.