der Commercien. 215
der Meſſe verhandeln koͤnnen, iſt ihnen um deſtoangenehmer. Die Leipziger Meſſen beruhen bloßauf dieſem Grunde; und es iſt auch ſchwerlich mög-lich, auf andere Art dauerhaftige und bluͤhende Meſſenzu ſtiften. Die Meſſen, wodurch man uns bloß aus-laͤndiſche Waaren zum Verkaufe bringt, ſind nichtallein dem Lande ſchaͤdlich(§. 181); ſondern ſie ſindauch nicht einmal zu Stande zu bringen. GroßeKaufleute, die aus der erſten Hand handeln, unter-werfen ſich ſelten der Muͤhe und Gefahr, auf Gerathewohl ihre Waaren in andere kaͤnder zum Verkaufe zuſenden, wenn ſie keinen andern Bewegungsgrunddabey haben; denn ſie wiſſen, daß man ihre Waa-ren ſchon von ſelbſt ſuchen muß. Wenn ſich abernur mittelmaͤßige Kaufleute auf den Meſſen einfin-den, die aus der zweyten oder dritten Hand handeln:ſo werden ſich wenig Kaͤufer finden, indem es in je-dem Lande verſtaͤndige Kaufleute giebt, die die Waa-ren an dem rechten Orte zu ſuchen und zu verſchrei-ben wiſſen.
§. 201.
Wenn demnach ein Land ſeinen Kaufhandel mitauswaͤrtigen Nationen auf den bis hierher beſchrie-benen Fuß geſetzet hat: ſo kann man allerdings ſa-gen, daß ſeine Commercien genugſam gegruͤndetund in gutem Zuſtande ſind. Allein man wuͤrde zumild urtheilen, wenn man einem ſolchen Lande einenbluͤhenden und vollkommenen Zuſtand der Commer-cien zuſchreiben wollte. Durch bluͤhende Commer-cien will man ohnfehlbar anzeigen, daß mit allenArten von Waaren ein ſtarker und wichtiger Handelfaſt in alle Weltgegenden getrieben wird; und mankann ſich ſchwerlich einen ſolchen vollkommenen Zu-ſtand der Commercien vorſtellen, wenn nicht eineſtarke Schifffahrt öeeG damit verknuͤpfet
Auf dieſe Artſind die Com-mercien gegruͤn-det, aber nochnicht bluͤhend.
Was bluͤhen-
de Commercienſind.