der Commercien. ar;
in Weg legen ſollten. Ein jedes Volk glaubt undmit Recht, daß ſein eignes Intereſſe ihm am naͤch-ſten am Herzen liegen muß. Solche Geſinnungenmuß man hauptſaͤchlich in unſern Zeiten erwarten,wo man nicht mehr ſo einfaͤltig iſt, als vor altenZeiten. Wenn Hamburg itzo erſt ſeine bluͤhendeSchifffahrt erlangen ſollte: ſo wuͤrde Daͤnemarkund Hannover, durch deren Land die Elbe unter-waͤrts Hamburg fließt, ſolches gewiß nicht geſche-hen laſſen.
§. 203.
Der gute Fortgang einer ſolchen Handkungsgeſell-ſchaft haͤngt vornehmlich von der vernuͤnftigen Ver-waltung ihrer Angelegenheiten ab. Der Hof muß ſichdannenhero alle Muͤhe geben, daß ſolche Directeurserwaͤhlet werden, zu deren Einſicht, Faͤhigkeit, Fleißund Ehrlichkeit man eine gute Hoffnung faſſenkann*); und der Miniſter der Handlung und desSeeweſens, der alle dieſe Eigenſchaften in viel hoͤ-herm Grade beſitzen ſoll, muß die Directeurs nachſeinen Abſichten auf gute Art zu lenken wiſſen. Vorallen Dingen muß ſich eine neue Handlungscompa-gnie vor gefaͤhrlichen Unternehmungen und unnoͤthi-gem Aufwande huͤten. Ein paar ungluͤckliche Streicheſtuͤrzen ſie nicht nur ſelbſt in den Untergang: ſonderndem Staate faͤllt es hernach ungemein ſchwer, eineneue Compagnie zu Stande zu bringen**). DieMacht und das Anſehen des Monarchen traͤgt ſehr vielzu dem guten Fortgange einer ſolchen Handlungscom-
pagnie bey. Die auswaͤrtigen Handlung treibenden
Nationen ſehen dergleichen Unternehmungen gemei-niglich mit ſcheelen Augen an, und wiſſen allerley Hin-derniſſe zu erregen. Allein die Macht eines Monar-chen haͤlt ſie wenigſtens in ſolchen Schranken, daßſie nichts offenbar unternehmen duͤrfen. Wir habenin dieſem Jahrhunderte das Betragen auswaͤrtiger
O 5 Natio-
Mittel, eineHandlungs-compagnie inAufnahme zu
ringen.