der Commercien. 231
fuhre derſelben dem Lande zum groͤßten Nachtheile; then und Acci-indem dadurch das Geld unnuͤtzer Weiſe außer Lan⸗ wer-des geht. Es giebt aber verſchiedene Grade derEntbehrlichkeit der Waaren. Vollkommen entbehr-lich ſind diejenigen Waaren, davon die naͤmlichen,nach eben der Guͤte, Geſtalt, Art und Beſchaffen-heit, im Lande gewonnen und erzeuget werden; unddieſe muͤſſen entweder ganz und gar einzufuͤhren ver-boten, oder doch mit ſolchen Auflagen beſchweretwerden, die faſt ſo viel, als ihr eigentlicher Werth, be-tragen. Faſt eben ſo ſehr entbehrlich ſind diejenigenWaaren, die bloß zur Pracht und Verſchwendungdienen, oder davon aͤhnliche Waaren die ihre Stel-
le genugſam erſetzen koͤnnen, im Lande gewonnenwerden; und dieſe muͤſſen gleichfalls mit hohen Zoͤl-len, Mauthen und Acciſen beleget werden. Etwasweniger entbehrlich aber ſind ſolche Waaren, die zwar
in ſtrengem Verſtande zur menſchlichen Nothdurftund Bequemlichkeit nicht erfordert werden, die aberdennoch nach der heutigen Lebensart der Menſchen,theils zum Wohlſtande, theils zu den Delicateſſengehoͤren, und deren man die Unterthanen nicht be-rauben kann, ohne ſie in der Freyheit ihrer Hand-lungen einzuſchraͤnken. Dieſe muͤſſen alſo zwar mitſtarken, aber nicht mit uͤbermaͤßigen Eingangsabga-
ben beſchweret werden.
§. 216.
Zu Folge der vierten Grundregel muͤſſen die einge⸗ Besiü⸗ g82henden unentbehrlichen Waaren nur mit ganz maͤßi⸗ ögen und geringen Auflagen beleget werden. Die öö“Zölle, Mauthen und Acciſen muͤſſen kein ordentli⸗ Augagen de-cher Weg ſeyn, Abgaben von den Unterthanen zu 8 wer-erheben. Sie muͤſſen nur durch einen Nebenzweck den-Einkuͤnfte abwerfen. Ihr Hauptzweck muß auf dieDirection und die Befoͤrderung der Commercien ge-
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