im Lande. 267
Beſonders aber dienet die Landwirthſchaft, in Anſe-hung der Nothwendigkeiten des Lebens, die dadurcherzeuget werden, allen andern Gewerben gar ſehrzur Unterſtuͤtzung*). Eine weiſe Regierung mußalſo zufoͤrderſt darauf ſehen, daß alle nothwendige Le-bensmittel in genugſamer Menge im Lande gewon-nen werden; und ſie ſoll beſonders die Ausfuhre desGetreides nicht eher geſtatten, als bis die Magazineerfuͤllet ſind, und man verſichert iſt, daß genugſamerVorrath im Lande vorhanden ſey. Weil aber derGetreidehandel dem Lande nicht ſo großen Nutzenbringt, als viele andere Landesproducte, die durchden Ackerbau gewonnen werden koͤnnen; ſo muß derRegent alle erforderliche Anſtalten und Anordnungenmachen, daß neben dem Getreidebau auch ſolcheFruͤchte und Pflanzen erzeugt werden, die entwederzur Landesnothdurft, oder zur Befoͤrderung der Com-mercien dienen, damit ſowohl die ſonſt davor ausge-hende Geldſummen erſparet, als durch den auswaͤr-tigen Handel die Reichthuͤmer des Landes vermehretwerden koͤnnen. 1b*) Die Unterſtuͤtzung, welche die Landwirthſchaft denenGewerben leiſtet, iſt unlaͤugbar. Allein ſie mußnicht zum Nachtheile der Landwirthſchaft geſchehen.Man muß dannenhero in allen Verboten der Aus-fuhre, ſowohl des Getreides, als der Materialien,zum Behuf der Gewerbe, mit großer Vorſicht undUeberlegung zu Werke gehen. Es iſt gewiß, daßein ſolches Verbot der Landwirthſchaft allemal nach-theilig iſt; und noch nachtheiliger iſt es, wenn ſol-che auszufuͤhren verbotene landwirthſchaftliche Pro-ducte im Lande nicht genugſam abgeſetzet werden koͤn-nen. Sie bleiben demuach dem Landmanne zu ſei-nem aͤußerſten Nachtheile uͤber dem Halſe; und erwird mithin Fruͤchte, die er nicht in das Geld ſetzenkann, gar bald weniger anbauen, und der durch dasVerbot der Ausfuhre abgezielte Endzweck des wohl-feilen Preißes wird folglich nicht lange ſtatt finden.Man erreichet faſt allemal eben ſowohl ſeinen End-zweck,