im Lande. 273
geſchehen laſſen, daß alte und unvermoͤgende Leuteihr Gewerbe an jemand anders abgetreten haben;und die Kauf⸗ oder Ceßions⸗Summe iſt ſo maͤßig ge-weſen, daß ſie ſich ſelten uͤber zo bis 100 Gulden er-ſtrecket hat. Es hat alſo mehr eine Vergeltung derzugleich mit uͤberlaſſenen zur Hoͤckerey noͤthigen Ge-faͤße und Geraͤthe geſchienen, als daß es ein Kauf-geld vor die Hoͤckerey ſelbſt ſeyn ſollte. Man hatalſo um ſo weniger Bedenken gefunden, ſolche Con-tracte von Raths wegen zu beſtaͤtigen. Allein nachund nach hat ſich dieſes Kaufgeld immer vergroͤßert,bis es endlich zu den itzigen betraͤchtlichen Summengeſtiegen iſt. Nunmehr haͤlt es freylich ſchwer ſol-che Verkaufungen abzuſchaffen, weil ſo viel Beſitzerund Glaͤubiger,(denn man lehnt auf ſolche Gewer-be,) einmal ihr Geld darinnen haben, welches ſiedadurch auf einmal verlieren wuͤrden. Wenigſtensſollte man keine neuen Darlehn darauf verſichernlaſſen. Dieſes wuͤrde auch die alten Creditores auf-merkſam machen, um ihr Geld nach und nach zuruͤckzu ziehen; und man wuͤrde endlich mit wenigerNachtheil die Verkaufung gaͤnzlich aufheben koͤnnen.Aus dieſem Beyſpiele kann man wahrnehmen, wieweit eine gar kleine Abweichung von den guten Po-licey⸗Grundſaͤtzen mit der Zeit ſich ausdehnen kann.
§. 257.Es ſind noch 4) die Kuͤnſte und Wiſſenſchaften, in 8 88 Kuͤnte
Anſehung ihres Zuſammenhanges mit dem uͤbrigen W“Nahrungsſtande, zu betrachten uͤbrig. Sie ſind al⸗ allen uͤbrigenlerdings ſelbſt unter die Nahrungsarten zu rechnen,vornehmlich in Betracht der Dienſte, ſo die Gelehrten.önund Kuͤnſtler bey dem gemeinen Weſen uͤbernehmen.Ihr Einfluß aber, den ſie in den geſammten Nah-rungsſtand haben, iſt gewiß ſehr betraͤchtlich. AlleManufacturen, Fabriken, Handwerker und Gewerbe,
ſowohl als die Landwirthſchaft und die Bergwerke
muͤſſen von den Gelehrten und Kuͤnſtlern ihre Voll-kommenheit erwarten: und wir wuͤrden auch alle die-
ſe Nahrungsarten in einem weit vortrefflichern Zu-
Staatsw. I. Th. S ſtande