274 Von dem Nahrungsſtande
ſtande ſehen, wenn die Gelehrten hierinnen ihrePflicht beſſer beobachteten. Allein die meiſten be-ſchaͤfftigen ſich bloß mit unnuͤtzen Subtilitaͤren undſpeculativiſchen Wiſſenſchaften, die in die wahre—Wohlfahrt des Staats, und das Aufnehmen des Nah-
rungsſtandes wenig oder keinen Einfluß haben; undes iſt den Monarchen und Miniſters, die vor ſolcherArt der Wiſſenſchaften eine Abneigung bezeugen, derwenige Betracht vor die Gelehrten gewiſſer maßennicht zuzurechnen. Denn es iſt unſtreitig die Pflichtder Gelehrten, die eine viel groͤßere Erkenntniß undviel hoͤhere Kraͤfte des menſchlichen Verſtandes beſi-tzen wollen, als andere Leute, daß ſie zu der Wohl-fahrt des Staats, und zu dem Beſten der menſchli-chen Geſellſchaft ungleich mehr beytragen ſollen, alsdiejenigen Mitglieder des Staats, die ſich derglei-chen nicht ruͤhmen.
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§. 258.
Die Fechescs Wenn es auch allerdings zu dem ZuſammenhangeHeerhauß na des Nahrungsſtandes gehoͤret, daßkeine Nahrungs-handen ſeyn. art dergeſtalt im Lande uͤberhaͤuft vorhanden ſeynmuß, daß ſie den uͤbrigen Einwohnern und Gewer-ben nachtheilig wird: ſo ſollte ſich auch die Regie-rung angelegen ſeyn laſſen, den allzu haͤufigen An-wachs der Gelehrten zu verhindern. Der vermeynt-liche Vorzug der Gelehrten beweget einen jeden wohl-habenden Manufacturier, Handwerker und Bauer,daß er ſeinen Sohn ſtudiren laͤßt, in der ſchmeichle-riſchen Einbildung eines Vaters, daß ſein Sohn hier-zu vorzuͤglich faͤhig ſey. Dadurch geht nicht nurmanche wohl eingerichtete Manufacturanſtalt undGewerbe, zum Nachtheile des Landes, zu Grunde, ſo-bald der Vater abgeſtorben iſt; ſondern der Staatwird auch mit einer uͤberfluͤßigen Menge von ver-meynten Gelehrten uͤberhaͤuft, die, wenn ſie ihr Ver-moͤgen