Was der Cre-dit, der zurCirculationdes Geldes garſehr erfordertwird, eigent-lich iſt.
Der Creditiſt dreyerley:
276 Von dem Credite des Landes.2eenꝓ
Zweytes Hauptſtuͤck.Von dem Credite des Landes.§. 260.
D zweyte Hauptmittel, welches die Circulation
des Geldes befoͤrdert, iſt ein vollkommenerCredit des Landes(§. 243). Es iſt aber der Creditderjenige gute Glaube und das Vertrauen, mit wel-chem die im Lande Gewerbe treibenden Perſonen ihrGeld und Vermoͤgen einander anvertrauen; und manſieht leicht, wie viel ein ſolcher guter Credit zu demUmtriebe des Geldes beytraͤgt. Denn wenn die ver-moͤgenden Perſonen aus Mistrauen und Beſorgungdes Verluſtes*) ihr Geld und Guͤter niemand anver-trauen; ſondern ungebraucht bey ſich liegen laſſen,oder ſolches lieber in auswaͤrtigen Laͤndern unterbrin-gen: ſo wird ſich wenig Geld in den Gewerben beſin-den, und mithin einſchlechter Umtrieb deſſelben vor-handen ſeyn. Eine weiſe Regierung muß demnachſorgfaͤltig bemuͤhet ſeyn, den Credit im Lande voll-kommen aufrecht zu erhalten.
*) Ein jedes Mistrauen, es ſey von welcher Natur eswolle, verurſachet eine Hemmung in der Circulationdes Geldes, und iſt folglich ein Uebel und Krankheit indem Staatskoͤrper. Die Regierung muß alſo nichtallein allenthalben ſolche gerechte Grundſaͤtze undMaaßregeln beobachten, daß dadurch alle Arten desMistrauens vermieden werden: ſondern ſie mußauch aufmerkſam ſeyn, daß niemand aus Einfaltoder eigennuͤtzigen Abſichten dergleichen Mistrauenund Furcht ungegruͤndeter Weiſe erreget.
§. 261.Es giebt aber eigentlich dreyerley Arten des Cre-
dits im Lande. Es iſt naͤmlich 1) der Credit desRegen-