Von dem Credite des Landes. 283
den. Solche und andere unſchuldige Mittel hat eineweiſe Regierung allerdings anzuwenden Urſache.
§. 267.
Eine unpartheyiſche und ſchleunige Handhabung Desgleichender Gerechtigkeit in allen Wechſel⸗ und Schuld⸗Sa⸗ 11chen traͤgt gleichfalls nicht wenig zu Befoͤrderung des in allen Wech-Eredits im Lande bey. Denn wenn langwierige und.“geldfreſſende Proceſſe in dergleichen Sachen verſtat⸗ 8tet werden; ſo werden vermoͤgende Perſonen ihrGeld lieber im Kaſten muͤßig liegen laſſen, als ſichſolcher Gefahr damit ausſetzen. Es muͤſſen dan-nenhero in einem wohl eingerichteten Staate nichtallein gute und ſtrenge Wechſelrechte vorhanden ſeyn,die nach geſchehener Erkennung des Wechſels außerder Zahlung und dem Gefaͤngniſſe keine weitere Aus-flucht zulaſſen; ſondern es muß auch in allen andernSchuldſachen, beſonders auf klare Briefe und Sie-gel, ſo ſchleunige Gerechtigkeit ausgeuͤbet werden,daß die Wiederbezahlung durch gerichtliche Huͤlfe oh-ne allen Nachtheil des Glaͤubigers, laͤngſtens in ei-nem halben Jahre, geſchehen ſeyn muß.
§. 268.
Der Wucher und die wucherlichen Contracte ſind Dem Wucherunſtreitig dem Credit im Lande ſehr nachtheilig. Man vhaf gctmesdarf nur dieſen Ausgeburten des Geizes ein wenigRaum laſſen; ſo ſuchet faſt jedermann ſein Geld aufwucheriſche Art zu nutzen; und der Credit im Lande,der ſich auf eine billige und maͤßige Intereſſe gruͤn-den muß, liegt faſt gaͤnzlich darnieder. Es muͤſſenalſo wider den Wucher und die wucherlichen Con-tracte*) ſcharfe Geſetze und Anordnungen vorhan-den ſeyn; und da die Wucherer tauſenderley liſtigeWendungen und Deckmaͤntelbey ihrem Verfahrenhervor zu ſuchen wiſſen, um die Geſetze unnuͤtze zu
machen: